Siegfried Kracauer Preis


Mit dem Siegfried Kracauer Preis würdigen wir im Rahmen der Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft die Arbeit von Filmkritikern und Filmjournalisten. Den mit 3.000 Euro dotierten Preis für Filmkritik und ein mit 12.000 Euro dotiertes Jahresstipendium vergibt die MFG Filmförderung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik und der Film und Medienstiftung NRW.

Erstmals beteiligt ist im Jahr 2017 das Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein. Die Verleihung fand am 16. September im Rahmen des Festivals in Ludwigshafen statt.

Hier finden Sie die Regularien für die aktuelle Einreichung.


Preisträger 2017

Elena Meilicke gewann den Preis für die „Beste Filmkritik“ mit ihrer Rezension von „L'avenir“ („Alles was kommt“) von Mia Hansen-Løve. Sie erschien unter dem Titel „Zum Wasser“ in der Zeitschrift CARGO im Juni 2016. Mit einer Lobenden Erwähnung wurde Federico Sanchez für seinen Text „Beyoncé im Monstertruck“ ausgezeichnet, eine Filmkritik zu Raoul Pecks „I Am Not Your Negro“, die im März 2017 auf artechock erschien. Das Stipendium für das Jahr 2017/18 in Höhe von insgesamt 12.000 Euro erhält der Filmkritiker Lukas Foerster, der eine sechsteilige Artikelserie zum Thema „Zukunft des Kinos“ sowie einen regelmäßigen Blog verfassen wird. Die Preisübergabe fand am 16. September während der feierlichen Preisverleihung des Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein statt.


V.l.n.r.: Prof. Carl Bergengruen, Lukas Foerster, Federico Sanchez, Elena Meilicke, Frédéric Jäger, Dr. Michael Kötz, Petra Müller (Foto: Christian Fröhlich)
 

Mit der Auslobung eines Preises für Filmkritik setzt die MFG Filmförderung ihre Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft fort. „Wir wollen herausragende Filmkritiken fördern, die sich wirklich mit einem Film auseinandersetzen und den Zuschauer dadurch ermuntern, dies auch zu tun“, erklärte MFG-Geschäftsführer Prof. Carl Bergengruen anlässlich der Verleihung.

Die Jurybegründungen 2017

Die diesjährige Jury bestand aus der Filmregisseurin Lola Randl, der Vorstandsvorsitzenden des X Verleih Manuela Stehr und dem Filmkritiker Ekkehard Knörer, Gewinner des Siegfried Kracauer Preises 2016. Elena Meilicke habe unter 80 Bewerbern für die beste Filmkritik mit ihrem „persönlichen und emphatischen Zugang zum Film“  überzeugt, der sich „mit einer fundierten Analyse“ verbinde, so die Jury. Weiter heißt es in ihrer Begründung: „Dass die Befassung mit Fragen nach gesellschaftlichen Rollenbildern (vor allem für Frauen) und einem möglichen oder unmöglichen Neuanfang im mittleren Alter nicht ausschließt, belegt Elena Meilickes Text so unangestrengt wie entschieden.“

In ihrer Lobenden Erwähnung für die Kritik von Federico Sanchez hob die Jury hervor: „Sie ist schnell im Kopf und kontextualisiert den Film originell und kenntnisreich.“

Den zukünftigen Stipendiaten Lukas Foerster würdigte die Jury als Filmwissenschaftler, Kritiker und Kurator und für seine Schreibproduktivität, die „mit großer Vielfalt und Experimentierfreude in Stil, Sprache, Gegenständen“ Zeugnis großer Cinephilie ablege. Er verbinde „Leidenschaft fürs Vergangene mit Offenheit für alles, was die Gegenwart bietet und die Zukunft bringen wird“.

Hintergrundinformationen

Der Siegfried Kracauer Preis ist Bestandteil einer von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestarteten Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft. Für die langfristige Weiterentwicklung des Kinos sieht die MFG in der Filmkritik einen wichtigen Faktor, um Positionen zu zukünftigen Herausforderungen zu finden. Denn die mediale Rezeption und journalistische Rezension von Filmen schafft jene Öffentlichkeit, die Voraussetzung dafür ist, die Filmtheater als Ort der Unterhaltung und der Kultur zu bewahren. Zudem liefert die Filmkritik Orientierung als auch Interpretationsansätze und unterstützt die Einordnung in den gesellschaftlichen Rahmen.