Erfolgreiches Jahr 2015 für die MFG Filmförderung


Stuttgart, 25. Januar 2016 - Standort für Animation und visuelle Effekte wächst | Sechs Oscars, zwölf Emmy Awards und viele weitere Auszeichnungen für MFG-geförderte Filme | Kinolandschaft im Aufwind

Die MFG Filmförderung blickt auf ein sehr gutes Jahr 2015 zurück. Der Animationsstandort Baden-Württemberg wuchs dank erhöhter Fördervolumina und der Einführung eines neuen Förderprogramms. Auch die allgemeinen Fördermittel im Bereich der Filmproduktionsförderung konnten aufgestockt werden. Zugleich erfuhren MFG-geförderte Produktionen hohe Anerkennung. So erhielten sie sechs Oscars, zwölf Emmys und viele weitere Auszeichnungen. Außerdem wuchs die Kinolandschaft in Baden-Württemberg wie in keinem anderen Bundesland. Die Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Frankreich konnte ausgebaut werden.

Standort für Animation und visuelle Effekte wächst

Der Animations-Standort Baden-Württemberg gewinnt national und international an Bedeutung. Firmen aus der Region sind für die Realisierung visueller Effekte (VFX) und Animationen von großen deutschen und internationalen Kino- und TV-Produktionen verantwortlich. Diese Unternehmen waren an Produktionen wie „Elser“, "Bridge of Spies - Der Unterhändler", „Ritter Rost 2“, "Game of Thrones - Staffel 5" und "Shannara Chronicles" beteiligt.

Große Firmen in diesem Bereich wie „Rise FX“ und „Scanline“ haben 2015 in Baden-Württemberg Niederlassungen eröffnet. Der Standort für Animation und visuelle Effekte wächst damit trotz starker internationaler Konkurrenz.

Zu dieser Entwicklung haben auch die attraktiven Förderprogramme der MFG Filmförderung beigetragen. Die MFG wurde 2015 mit einem neuen Programm zum Vorreiter der deutschen Förderlandschaft. Bislang waren – wie bundesweit üblich – auch in Baden-Württemberg ausschließlich Produzentinnen und Produzenten berechtigt, Fördermittel für die Herstellung von Filmen zu beantragen. Mit ihrer neuen sogenannten „Line-Producer-Förderung“ ermöglichte es die MFG als erste Filmförderung in Deutschland, dass auch direkt die für die visuellen Effekte verantwortlichen Firmen unterstützt werden können. In einem vereinfachten Eilverfahren gab die MFG unter anderem Zuschüsse zu zwei Staffeln des TV-Epos‘ „Game of Thrones“, bei denen die Firmen Pixomondo und Mackevision maßgeblich für die Realisierung der visuellen Effekte verantwortlich zeichneten. Für Projekte im Bereich Animation und visuelle Effekte wurden 2015 insgesamt 4,38 Mio. € an Fördermitteln vergeben gegenüber 3,5 Mio. € in 2014.

Erhöhung der Fördermittel im Bereich Produktionsförderung

Nicht nur der Bereich Animation und visuelle Effekte, sondern der gesamte Bereich der Produktionsförderung profitierte von einer Erhöhung der Fördermittel in 2015 um rund 1 Mio. Euro auf 10,4 Mio. Euro. Damit konnte ein breites Spektrum an Spiel- und Dokumentarfilmen gefördert werden. Dazu gehören so ambitionierte Spielfilmprojekte wie „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Hans Steinbichler, „Der kleine Diktator“ von Dany Levy und „Beschützer der Diebe“ von Franziska Buch und außergewöhnliche Dokumentarfilmprojekte wie Pepe Danquarts ambitionierte 3D-Internet-Saga „YouTalent“ und “Ronald Jr.“ der Mannheimer Dokumentaristin Agnes Lisa Wegner, die den Weg eines Mitglieds einer der beiden größten Gangs in den USA verfolgt.

Gesteigert werden konnte auch die Effektivität der eingesetzten Fördermittel. In 2015 gaben die Filmproduzenten beim Drehen mehr als Doppelte der erhaltenen Fördersummen in Baden-Württemberg aus. Entsprechend wuchs das baden-württembergische Produktionsvolumen.

Sechs Oscars, zwölf Emmys und viele weitere Auszeichnungen für MFG-geförderte Filme

Von der MFG geförderte Filme konnten sich 2015 über eine ganze Reihe an hochkarätigen Auszeichnungen freuen. Die Arbeit der VFX-Artists in der Region hatte erneut großen internationalen Erfolg und trug wesentlich dazu bei, den Ruf Baden-Württembergs als führender VFX- und Animationsstandort in Deutschland zu festigen. So erhielt Wes Andersons "Grand Budapest Hotel" vier Oscars, die verleihgeförderten Filme "Ida" und "Citizenfour" zwei Oscars. Zwölf Emmy Awards gingen an die Serie "Game of Thrones", deren fünfte Staffel die MFG förderte. Zu den zahlreichen weiteren Auszeichnungen im Jahr 2015 gehören ein "César" für das Drehbuch von Volker Schlöndorffs "Diplomatie", der Deutsche Regiepreis für "Elser", der Bayerische Filmpreis für "Die Biene Maja - Der Spielfilm" und der Deutsche Filmpreis (Silber/Bester Spielfilm)  für den verleihgeförderten Film "Jack".

Wachsende Kinolandschaft dank hoher Förderung

Gegen alle Erwartungen ist Baden-Württembergs Kinolandschaft im ersten Halbjahr 2015 gewachsen, und das so stark wie in keinem anderen Bundesland (Die Zahlen der Filmförderungsanstalt FFA für das zweite Halbjahr 2015 liegen derzeit noch nicht vor). In den ersten sechs Monaten stieg die Anzahl der Orte mit Kinos um vier, die Anzahl der Spielstätten um sieben und insgesamt gibt es gegenüber dem Vergleichszeitraum Januar bis Juni 2014 14 Kinosäle mehr im Südwesten.

Die stabile und dichte Kinolandschaft Baden-Württemberg ist nicht zuletzt das Ergebnis der zielorientierten Förderpolitik des Landes. Das Förderbudget für Kinoinnovationsdarlehen wurde 2015 von 250.000 € auf 500.000 € erhöht. Insgesamt 25 gewerbliche Kinos konnten im vergangenen Jahr mithilfe von MFG-Fördermitteln in die Verbesserung ihrer Technik und Service-Einrichtungen investieren oder sonstige Umbaumaßnahmen realisieren. Für 25 kommunale Kinos konnten rund 590.000€ an institutioneller Förderung gewährt werden. Auch das Kinomobil, das Orte ohne Kinos mit Kinokultur versorgt, wurde mit 154.000 € gefördert. Für ihre kulturell anspruchsvolle Programmgestaltung wurden im Jahr 2015 insgesamt 55 baden-württembergische Filmtheater ausgezeichnet und mit Prämien in Höhe von insgesamt 190.000 Euro bedacht.

"Green Shooting"-Initiative erfolgreich gestartet

Herkömmliche Filmproduktionen verbrauchen ein sehr hohes Maß an Ressourcen und Energie. Das von der MFG Filmförderung im Januar 2015 initiierte Modell-Projekt "Green Shooting" zur Etablierung einer ressourcenschonenden Produktionsweise wurde inzwischen umgesetzt. Ziel der MFG war es zunächst bei einem Filmprojekt fundierte Erkenntnisse zu gewinnen, um daraus ein breiteres Förderprogramm zu entwickeln. Ziegler Film Baden-Baden erhielt den Zuschlag für das Tatort-Special "Fünf Minuten Himmel" mit Heike Makatsch in der Hauptrolle. Der Einsatz von Energie und Material konnte gegenüber herkömmlichen Filmproduktionen signifikant reduziert werden. Wissenschaftlich begleitet wird das viel beachtete Modellprojekt von der Hochschule der Medien (HdM). Die MFG finanziert die wissenschaftliche Begleitung, das Coaching sowie etwaige entstehende Mehrkosten der Filmproduktion.

Zusammenarbeit mit Nachbarland Frankreich weiter ausgebaut

Die Filmförderungen des Elsass und Baden-Württembergs haben im Sommer 2015 eine noch engere Zusammenarbeit vereinbart. Künftig werden in den jeweiligen Production- und Location-Guides die beiden Regionen zweisprachig gemeinsam beworben. Zudem wird eine Studie etwa bestehende Hindernisse für gemeinsame, länderübergreifende Filmprojekte herausarbeiten. Dabei sollen einerseits Defizite logistischer, finanzieller oder regulatorischer Natur identifiziert und andererseits die jeweiligen Stärken der Regionen dokumentiert und geeignete Maßnahmen abgeleitet werden.

Die MFG gehört außerdem mit den Filmförderungen von NRW, Berlin-Brandenburg und Bayern zu den Initiatoren des Deutsch-französischen Förderfonds, der im Mai 2015 zur Entwicklung binationaler Serien gegründet wurde. 

Erfolgreicher Start in 2016

Das Jahr 2016 begann mit sechs Oscar-Nominierungen für Steven Spielbergs "Bridge of Spies". Die MFG ist die führende deutsche Länderförderung bei diesem Projekt, für das die VFX-Artists von Pixomondo die visuellen Effekte maßgeblich erstellt haben und so die Zeit des Kalten Krieges wieder aufleben ließen. Das Programm Digital Content Funding zur Förderung innovativer audiovisueller Inhalte wird um 100.000 Euro auf 600.000 Euro erhöht.