"Green Shooting" - MFG baut Förderung ökologisch nachhaltiger Filmproduktionen aus

Stuttgart, 12. April 2017. - Die Filmförderung der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) fördert ab sofort mit zahlreichen Maßnahmen eine ressourcenschonende Produktionsweise, um die Emissionen bei der Filmherstellung deutlich zu senken. Die Film- und TV-Branche ist für hohe CO₂-Emissionen verantwortlich, etwa in derselben Größenordnung wie die gesamte Telekommunikationsbranche, wie eine französische Studie gezeigt hat. Die MFG bietet die Nutzung eines gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) entwickelten CO₂-Rechners, einen Handlungsleitfaden, projektbezogene Beratung und praxisorientierte Workshops an sowie den Einsatz eines „Green Consultant“, der mit bis zu 5.000 Euro bezuschusst wird. Die MFG hat die in Kooperation mit dem SWR konzipierten Maßnahmen jetzt im Stuttgarter Theater Rampe der baden-württembergischen Filmbranche vorgestellt.
 
Kunststaatssekretärin Petra Olschowski: „Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz sind Schlüsselthemen für die baden-württembergische Landesregierung wie für unsere Gesellschaft insgesamt. Im Sinne der Pariser Klimaziele müssen wir diese Themen in allen Lebensbereichen denken. Das gilt auch für Film- und Fernsehproduktionen. Gerade am Set werden noch immer zu viele Einwegverpackungen verwendet oder Strom zu intensiv verbraucht. Wir wollen deshalb eine ressourcenschonende Produktionsweise unterstützen. Mit der Förderung eines ‚Green Consultant‘ und weiterer Maßnahmen gehen wir in Baden-Württemberg neue Wege, um die Ökobilanz der vom Land geförderten Film- und Fernsehproduktionen nachhaltig zu verbessern.“
 
„Mit unseren Maßnahmen“, so MFG-Geschäftsführer Prof. Carl Bergengruen, „wollen wir das steigende Interesse der Branche an einer ressourcenschonenderen Drehweise unterstützen. Denn die Umstellung auf eine solche Drehweise, ob bei den Lampen am Set, bei der Wahl der Transportmittel, bei den Generatoren oder beim Catering, verlangt von den Produzenten erst einmal Zeit, Geld und viel Engagement. Mit unseren Maßnahmen bieten wir dafür wertvolle Beratung und finanzielle Unterstützung und machen so die Umstellung leichter.“
 
Untersuchungen belegen, dass Umweltbelastungen durch Film- und Fernsehproduktionen bei entsprechend ökologisch nachhaltiger Produktionsweise fast halbiert werden können. Im Rahmen eines Modellprojekts, einer SWR-Produktion für die Krimireihe „Tatort“, konnten 42 Prozent der üblicherweise über 50 Tonnen an Emissionen eingespart werden. Mit dem von der MFG zusammen mit dem Südwestrundfunk und dem Tübinger Unternehmen KlimAktiv entwickelten CO₂-Rechner können u.a. durch Strom und Wärme, Mobilität und Hotelübernachtungen des Teams, Catering und Kulissenbau verursachte Belastungen produktionsspezifisch berechnet werden. „Damit steht ab jetzt ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem die Filmproduzenten in allen Produktionsphasen eine Datengrundlage für die künftige Vermeidung von Belastungen schaffen können“, so SWR-Herstellungsleiter Michael Becker.
 
Um die Produktionsprozesse zu optimieren, wird die MFG die Kosten für den Einsatz eines „Green Consultant“ zu 100 Prozent – mit bis zu 5.000 Euro – bezuschussen. Der „Green Consultant“ initiiert oder unterstützt maßgeblich bei der Dreh- und/oder sonstigen Produktionsplanung sowie am Set und ggf. in der Postproduktion bis zur Fertigstellung des Films die Implementierung einer ökologisch orientierten Produktionsweise.
 
Welche Vermeidungsmaßnahmen bei  einer spezifischen Filmproduktion getroffen werden können, thematisiert der von der MFG auf deren Internetseite in Kürze bereitgestellte Handlungsleitfaden. Zudem werden die Filmemacher mit gezielten, von der MFG kostenlos angebotenen Workshops begleitet und unterstützt.
 
Der Leitfaden beleuchtet wichtige Bereiche wie Kommunikation, Mobilität, Catering, Energie und Müllvermeidung, gegliedert nach Gewerken zur praxisnahen Umsetzung. Er wird stetig weiterentwickelt und soll in Zukunft auch Workflows und Dienstleister im Bereich Green Production abbilden können.
 
Die Workshops für Filmproduzentinnen und -produzenten, Filmschaffende aller Gewerke sowie Studierende der baden-württembergischen Filmhochschulen werden von Philip Gassmann durchgeführt. Er ist neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Sustainability Manager deutschlandweit als Experte im Bereich „Green Film- und Media Production“ tätig.
 
Philip Gassmann wird sowohl einführende als auch vertiefende Workshops zu den einzelnen Gewerken wie Produktion, Licht, Kamera, Dekorationsbau, Transport oder Catering anbieten, die die Möglichkeiten ökologisch nachhaltiger Produktionsweise vermitteln.
 
Ansprechpartner für „Green Shooting“: Robert Lanig, Produktionsförderung (Tel. 0711/90715-418), Maria Würth, Produktionsförderung (Tel. 0711/90715-412)
 
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der MFG Filmförderung Baden-Württemberg: www.film.mfg.de/green-shooting