Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

DOK Premiere „#Female Pleasure“

Termin: 12. Dezember 2018

Regisseurin Barbara Miller mit Rokudenashiko, Leyla Hussein, Vithika Yadav und Doris Wagner  | Bild: X-Verleih AG
Rokudenashiko | Bild: X-Verleih AG

12.12.2018, 19.30 Uhr, Kino Caligari Ludwigsburg

Kartenreservierung: www.kinokult.de/reservieren

 

Fünf mutige, kluge und selbstbestimmte Frauen stehen im Zentrum dieses MFG-geförderten Dokumentarfilms. Sie brechen das Tabu des Schweigens und der Scham, das ihnen die Gesellschaft oder ihre religiösen Gemeinschaften mit ihren archaisch-patriarchalen Strukturen auferlegen. Mit einer unfassbaren positiven Energie und aller Kraft setzen sie sich für sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung aller Frauen ein, hinweg über jedwede gesellschaftliche sowie religiöse Normen und Schranken.

 

Deborah Feldman wuchs in einer ultraorthodoxen jüdischen Familie im New Yorker Quartier Williamsburg auf. Mit 17 Jahren wurde Deborah an einen jungen Mann verheiratet, den sie vorher nur ein einziges Mal gesehen hatte. Als ihr Sohn Isaac auf die Welt kam, beschloss Deborah, aus diesem Gefängnis auszubrechen. Sie veröffentlichte ein Buch darüber und wurde dadurch zur Hoffnungsträgerin.

Leyla Hussein wurde in Mogadischu in eine streng muslimische Familie geboren. In rund 30 afrikanischen und arabischen Staaten werden täglich, im Namen des Islam, Mädchen und Frauen ihres Lustorgans beraubt. Sie beschloss, der Female Genital Mutilation (FGM), den religiösen Dogmen und dem herrschenden Aberglauben hinter dieser grausamen Praxis den Kampf anzusagen.

Rokudenashiko wuchs in Japan in einer streng gläubigen buddhistischen Familie auf.  Sexualität war in ihrem Elternhaus nie ein Thema. Als Künstlerin entwickelte sie ein Projekt, das ihr Leben völlig auf den Kopf stellte. Um den weiblichen Körper aus dem Tabubereich von Scham, Passivität und Lustlosigkeit zu befreien, begann Rokudenashiko Abdrücke von ihrer Vagina zu machen und daraus Kunstobjekte zu gestalten. Dafür wurde ihr in Japan der Prozess gemacht.

Für Doris Wagner war Gott seit frühester Kindheit der wichtigste Begleiter ihres Lebens, denn auch sie wuchs in einem strenggläubigen Elternhaus auf. Mit 19 Jahren trat sie als Nonne in die erzkatholische Ordensgemeinschaft „Das Werk“ ein. Sie wurde nach Rom geschickt und dort von einem Pater missbraucht. Die vorgesetzte Ordensschwester, der sie sich offenbarte, wies der jungen Nonne die ganze Schuld und Verantwortung für die brutalen Übergriffe zu.

Vithika Yadav wuchs als Mädchen in einer traditionellen hinduistischen Familie im nordindischen Rajasthan auf. Sie erhielt eine gute Ausbildung. Mit 23 Jahren kehrte sie nach Indien zurück und brach das Tabu des Schweigens. Sie und ihr Partner gaben ihre vermeintlich skandalöse Liebesheirat über die Kastengrenzen hinweg bekannt. Vithika ist überzeugt, dass die Enttabuisierung der Sexualität das einzige Mittel ist, um die epidemische Verbreitung sexueller Übergriffe und die Gewalt gegen Mädchen und Frauen in Indien zu bekämpfen. Sie gründete in Delhi das Sexualaufklärungsprojekt „Love Matters“.

 

#FEMALE PLEASURE ist ein Film, der schildert, wie universell und alle kulturellen und religiösen Grenzen überschreitend die Mechanismen sind, die die Situation der Frau bis heute bestimmen. Gleichzeitig zeigen uns die fünf Protagonistinnen, wie man mit Mut, Kraft und Lebensfreude jede Struktur verändern kann.

 

Im Anschluss an die Vorführung gibt es ein Filmgespräch mit der Regisseurin Barbara Miller, dem Ko-Produzenten Arek Gielnik (indi film) und Kay Hoffmann (Haus des Dokumentarfilms).

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