Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Felix Hassenfratz gewinnt MFG-Star für "Verlorene"

Sonderpreis für herausragende darstellerische Leistungen an Elisa Schlott und Hassan Akkouch | Rolf-Hans-Müller-Preis für Richard Ruzicka

Felix Hassenfratz | Bild: Uwe Rosentreter

Der Alleinjuror Hans Steinbichler zeichnet den Regisseur Felix Hassenfratz für „Verlorene“ mit dem von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gestifteten Regienachwuchspreis MFG-Star aus | Außerdem gewannen Elisa Schlott und Hasan Akkouch den Sonderpreis der Jury für herausragende darstellerische Leistungen in dem MFG-geförderten Spielfilm „Fremde Tochter“ | Rolf-Hans Müller Preis geht an Richard Ruzicka für „Polizeiruf 110: Nachtdienst“

 

Das von der MFG in der Produktion geförderte Kino-Debüt von Felix Hassenfratz ist in der süddeutschen Provinz angesiedelt: Die 18-jährige Maria und ihre Schwester Hannah leben nach dem Tod der Mutter alleine mit ihrem Vater. Das Familien­gefüge ist fragil; doch Maria versucht es mit aller Kraft zusammenzuhalten. Als Valentin, Zimmermann auf der Walz, im Betrieb der Familie zu arbeiten beginnt, verliebt sich Maria in ihn. Ein dunkles Geheimnis verhindert jedoch, dass sie ihrer Liebe nachgeben kann: ein Geheimnis, das sie auch vor ihrer Schwester Hannah verbirgt.

 

Der alleinige Juror Hans Steinbichler begründete seine Entscheidung für den Preisträgerfilm u.a. mit folgenden Worten: „Verlorene“ ist der Film, den ich selbst gerne gemacht hätte. Ein Kaff: „fucking Warmbrunn“ als eine Art Atlantis der Gefühle, das sich langsam und in unheimlichen Ausmaßen vor unseren Augen aus den schlammigen Fluten einer badischen Dorfgesellschaft erhebt. Maria Dragus und Anna Bachmann als Geschwister Maria und Hannah sind stille Giganten, die einem in ihrem Schmerz und in ihrer unverbrüchlichen Liebe das Herz aus dem Leib reißen.

 

Der Regie-Nachwuchspreis MFG-Star wurde am 30. November 2018 im Rahmen des FernsehfilmFestivals in Baden-Baden bereits zum 19. Mal vergeben. Der Preisträger darf sich auf ein Stipendium für einen sechswöchigen Aufenthalt in der VILLA AURORA in Pacific Palisades, Los Angeles, freuen. Im dortigen Kulturzentrum – entstanden aus dem ehemaligen Wohnhaus des Schriftstellers Lion Feuchtwanger – bestehen für den Regisseur, der ausgezeichnet wird, beste Arbeitsbedingungen zur Entwicklung neuer Projekte und außergewöhnliche Vernetzungsmöglichkeiten.

 

Die Nominierungskommission bestand aus Prof. Bettina Reitz (Juryvorsitzende des FernsehfilmFestival Baden-Baden), Cathrin Ehrlich (Festivalleiterin des FernsehfilmFestival Baden-Baden), Andrea Hohnen (Programmleiterin FIRST STEPS), Dr. Dietrich Mack (ehem. SWR) und Prof. Carl Bergengruen (MFG-Geschäftsführer). Neben dem Preisträger Felix Hassenfratz hatten die Eva Trobisch für „Alles ist gut“, Isa Prahl für „1000 Arten Regen zu beschreiben“ und Jan Speckenbach für „Freiheit“ nominiert.

 

Sonderpreis der Jury

Eine weitere MFG-geförderte Produktion erhielt den den diesjährigen Sonderpreis für herausragende darstellerische Leistungen. Dieser wird zu gleichen Teilen an Elisa Schlott und Hassan Akkouch verliehen. „Kein geteilter Preis, sondern ein doppelter für Elisa Schlott und Hassan Akkouch in dem Film Fremde Tochter (SWR)“ begründet die Jury ihre Entscheidung. “Die beiden jungen Darsteller machen diesen kontrastierenden Parcours der Liebe durch alle Distanzen und Fallstricke der hinderlichen Kulturen zu einem intensiven Erlebnis und staunenswerten Kraftakt.“

 

Rolf-Hans Müller Preis

Richard Ruzicka wird für die Filmmusik zu „Polizeiruf 110: Nachtdienst“ mit dem Rolf-Hans Müller Preis ausgezeichnet. Er ist mit 10.000 € dotiert und richtet sich an Nachwuchskomponisten. Der Preis wurde 1992 vom SWR zur Erinnerung an seinen langjährig leitenden Orchesterdirektor Rolf-Hans Müller initiiert und wird zur Hälfte von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg mitfinanziert.

 

 

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