Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

34. Mannheimer Filmsymposium

R.E.S.P.E.C.T. – Perspektiven der Diversität | 11. bis 13. Oktober 2019

Das 34. Mannheimer Filmsymposium steht dieses Jahr unter dem Motto „R.E.S.P.E.C.T. – Perspektiven der Diversität“ und versucht, insbesondere im Hinblick auf die Aspekte „Gender-Gerechtigkeit“, „sexuelle Selbstbestimmung“ und „Rassismus“ Perspektiven der Diversität im Film näher zu beleuchten. Vom 11. bis 13. Oktober 2019 werden in fünf Vorträgen, zwei Werkstattgesprächen, sieben Filmen und mit viel Zeit für Gespräche in Diskussionsrunden und auf zwei Empfängen die Frage nach Diversität – also nach Anerkennung und Respekt, Toleranz und Integration, Diskriminierung und Ausgrenzung – vielfältig besprochen.

Das Anmeldeformular sowie weitere Informationen über das Programm des 34. Mannheimer Filmsymposiums finden Sie hier.

In Vorträgen, Werkstattgesprächen und Gesprächsrunden werden die Gäste über die Diversität in Film und Gesellschaft in ihren unterschiedlichen Aspekten diskutieren:
Mit Jochen Hick ist einer der wichtigsten Vertreter der schwulen Filmszene; er stellt seinen Dokumentarfilm von 2003 „Ich kenn keinen – Allein unter Heteros“ und redet in einem Werkstattgespräch über die Schwulenbewegung und das Kino. Informationen über Jochen Hick und seine Produktionsfirma.
Label Noir ist ein afrodeutsches Künstlerkollektiv, das sich in Film und Theater dafür einsetzt, Darsteller*innen nicht wegen ihrer Hautfarbe, sondern wegen ihres Menschseins anzuerkennen. Die künstlerischen Leiterinnen von Label Noir, Lara-Sophie Milagro und Dela Dabulamanzi, sprechen über Alltagsrassismus, Migration und die Frage nach der Heimat und stellen ihre Arbeiten vor.
Der Mannheimer Regisseur Yılmaz Arslan stellt seinen jüngsten Film „Sandstern“ vor, in dem ein zwölfjähriger Türke in den 1980ern nach Deutschland kommt und eine lange Odyssee in der deutschen Fremde vor sich hat. In einem Werkstattgespräch redet er über Leben und Filmemachen zwischen den Kulturen.
Silke Räbiger, langjährige Leiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund/Köln, stellt in ihrem Vortrag mit dem Titel „Zickig, schwanger, irrational und emotionsgeladen – sonst noch was?“ die berechtigte Frage, wie es sein könne, dass nach über 120 Jahren Frauen noch immer um Anerkennung in der Filmindustrie kämpfen müssen.

Neben der Fragestellung von Diversität in filmischen Produktionsbedingungen machen sich drei Filmwissenschaftler*innen Gedanken über die innerfilmische Thematisierung von Diversität. Andreas Jacke, Publizist aus Berlin, skizziert im Eröffnungsvortrag „The Otherness of the Other“ die Hindernisse sozialer Diversität anhand einiger filmtheoretischer Überlegungen. Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger, Berlin, erläutert die Darstellung rassistischer Subkulturen in internationalen Spielfilmen – wobei der deutsche Spielfilm „Kriegerin“ von David Wnendt im Rahmen des Symposiums vorgeführt wird. Lioba Schlösser, Filmwissenschaftlerin aus Leipzig, beschäftigt sich mit der mythisierten Darstellung androgyner Figuren im Spielfilm; Sally Potters Virginia Woolf-Verfilmung „Orlando“ von 1992 wird beispielhaft beim Filmsymposium gezeigt.

Inwieweit Filme die gesellschaftliche Realität spiegeln oder dazu beitragen können, sie zu verändern, inwieweit sie Stereotypen bestätigen oder Utopien lebendig werden lassen, die zeigen, wie aus Gesellschaft Gemeinschaft wird – darüber zu diskutieren lädt das 34. Mannheimer Filmsymposium ein.
 

Quelle: Cinema Quadrat

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