MFG @ Hof

Neun MFG-geförderte Filme laufen auf den 53. Internationalen Hofer Filmtagen vom 22. bis 27. Oktober

Still aus „Die Rüden"
Still aus „Die Rüden" | Bild: Zero One Film

Im Programm der 53. Internationalen Hofer Filmtage finden sich neun von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg unterstützte Filme:

 

Double Income, Kids" von Hendrik Schäfer

Motty und Alon, ein schwules Paar aus Tel Aviv, wollen mit Hilfe ihrer amerikanischen Leihmutter Krista leibliche Zwillinge bekommen. Ein Jahr lang begleiten wir die beiden auf ihrem Weg zur Vaterschaft und sehen ihren Umgang mit den finanziellen, medizinischen, sozialen und religiösen Herausforderungen, vor die Israel sie stellt. Anhand ihrer nah beobachteten persönlichen Geschichte wirft der Film Fragen über Elternschaft, soziale Normen und den Zeitgeist unserer technologisch hochentwickelten Welt auf.

Screeningtermine:

Mi 12.30 Regina | Fr 22.45 Cinema | So 14.15 Regina

 

„Die Rüden" von Connie Walther

Der Film führt ins Herz einer Finsternis, die heute mit toxischer Maskulinität umschrieben wird. Und leuchtet es aus: In einer Arena aus dunklem, vernarbtem Beton treffen vier junge Gewaltstraftäter auf drei bedrohliche Hunde mit imposanten metallenen Maulkörben. Testosteron pur also, wäre da nicht Lu, die angstfreie, hochkonzentrierte Hundetrainerin, die sich der Herausforderung stellt, Feuer mit Feuer zu löschen. Lu siedelt ihr – so riskantes wie von den Strafvollzugs-Autoritäten misstrauisch überwachtes – Projekt jenseits der Fragen nach Täter und Opfer, Schuld und Sühne an. Sie lässt sich ein, auf das Unaussprechliche, das Unkontrollierbare und das Ungewisse, in das es führt. Die Täter, die Tiere, sie selbst.

So wird sie zur Provokation und ihr Ansatz zum Sprengsatz für ein System, das noch immer glaubt, man könne Gut und Böse wirklich auseinandersortieren. Lu lotet auch die Grenzen der Männlichkeit aus. Am Abgrund von Aggression, Gewalt und Uneinsichtigkeit wird die männliche zur menschlichen Grenze. Und deren Überwindung zu einem Thema für uns alle: Die Zornigen wie die Zaghaften, die Handelnden wie die Verdrängenden, vor allem aber: Männer wie Frauen.

Screeningtermine:

Mi 15.00 Casino | Fr 21.00 City | Sa 12.45 Scala

 

„Das Haus der guten Geister" von Lillian Rosa, Marcus Richardt

Der Film spürt dem besonderen Geist und Ethos an der Oper Stuttgart nach, der das Haus zu außergewöhnlichen Erfolgen und internationaler Anerkennung geführt hat. Bereits sieben Mal erhielt die Oper Stuttgart die von internationalen Kritikern aus Europa und den USA vergebene Auszeichnung ‚Opernhaus des Jahres‘, so häufig wie kein anderes Opernhaus weltweit. Dieser Erfolg ist umso überraschender, da das Haus unter der Intendanz von Jossi Wieler von einer in der Opernwelt wohl einzigartigen Arbeitsweise geprägt ist: Musiktheater als integratives Gemeinschaftswerk, das im offenen Dialog und auf Augenhöhe zwischen Machern, unterschiedlichen Gewerken im Haus und dem Publikum entsteht.

Screeningtermine:

Mi 17.30 Casino | Fr 13.00 Classic | So 15.00 Club

 

„Das Fräulein" von Andrea Štaka

Der Film erzählt von drei eigenwilligen Frauen unterschiedlicher Generationen, die in Zürich leben und deren Lebenswege sich für einen kurzen Zeitraum kreuzen. Gemeinsam ist ihnen nur die alte Heimat: die Serbin Ruža kommt aus Belgrad, die Bosnierin Ana aus Sarajevo und die Kroatin Mila aus einem kleinen Ort an der Adria. In der Hoffnung auf ein neues und besseres Leben kam Ruža als junge Frau in die Schweiz. 25 Jahre später scheint sie am Ziel ihrer Wünsche: Sie besitzt eine Betriebskantine in Zürich, die sie diszipliniert zu finanziellem Erfolg geführt hat. Auch Mila arbeitet in der Kantine und spart für die Rückkehr in die Heimat.

Ruža legt großen Wert auf ein klar strukturiertes Leben, sowohl im Beruf wie auch ihrem Privatleben. Als die 22jährige Ana auftaucht und in der Kantine anfängt zu arbeiten, verändert sich Ružas Leben. Sie fühlt sich in ihrer Routine von Anas Impulsivität und Direktheit gestört, gleichzeitig zieht die Lebensfreude der jungen Frau sie an. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine Freundschaft: Ruža öffnet sich langsam, während Ana ein Geheimnis hat, dem sie sich selbst nicht stellen will.

Screeningtermine:

Do 11.30 Cinema | Fr 23.15 Club

 

„Bitte nach Mitte – Umzug der Hochschule für Schauspielkunst" von Anne Osterloh

Der Dokumentarfilm skizziert Wesen und Wirken, Geschichte und Gegenwart der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“. Er nimmt den Umzug der Schule 2018 zum Anlass, die Widersprüche von künstlerischen und ökonomischen Interessen im Berlin der Nachwendezeit und auch der Gegenwart einzufangen. Nach dem Ende der DDR drohte der Schule das Aus: Das Gebäude war baufällig, Berlin war pleite, die Suche nach einem neuen Standort drohte zu scheitern. Die Studierenden selbst erkämpften sich schließlich unter dem Motto „Bitte nach Mitte!“ den neuen Standort.

Im Laufe des Films rückt der Umzug immer weiter in den Hintergrund. Die Regisseurin, selbst Absolventin der „Ernst Busch“, zeigt, was die Hochschule noch heute zu einer der angesehensten Schauspielschulen macht. Sie porträtiert Lehrende und Lernende, die der Schule seit jeher ihr unverwechselbares Gesicht geben. Sie zeigt eine Institution mit Widerstandsgeist zu allen Zeiten ihrer Existenz. Schauspieler und Regisseur Leander Haußmann beschreibt das so: „Diese Schule hat sich tapfer und aufrecht durch alle Zeiten geackert.“

Screeningtermine:

Do 15.00 Regina | Fr 20.30 Classic | So 13.45 Classic

 

„Der Weg nach Padulim" von Annette Friedmann

Nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin Lisa muss der aus Tschechien stammende Künstler Jiri darum kämpfen, seinen Sohn Victor nicht zu verlieren. In seiner Verzweiflung weiß er sich nicht anders zu helfen als ihn zu entführen. Dem Kind gegenüber verkauft er die Flucht als eine Abenteuerreise nach einer gemeinsam erfundenen Geschichte um zwei Tierchen auf dem Weg ins Zauberland Padulim. Der Kleine macht mit, wünscht sich aber, dass seine Mutter auch dorthin kommt. Am Ende kommt es zu einer Konfrontation, in der beide Eltern gefordert sind, für ihr Kind die beste Lösung zu finden.

Screeningtermine:

Do 16.00 City | Sa 22.45 Central | So 18.15 Central

 

„Nicht dein Mädchen" (An uncertain Border) vonIsabella Sandri

Ein junger Mann und ein Mädchen, gemeinsam mit dem Wohnmobil durch Süddeutschland. Rangeleien, verkleiden, tanzen, lachen – er Saatgutvertreter, sie sein Püppchen. Beim Essen im Restaurant fällt dem Wirt das seltsame Paar auf und die seltene Sprache der schüchternen Kleinen: Ladin. Zeitgleich in Rom. Polizeikommissarin Milia Demetz ermittelt im Cyberspace und ist einem Pädophilennetzwerk auf der Spur. Als sie in einem der anonymen Videos ein Mädchen entdeckt, ist sie sich bald sicher: Das lasziv abgelichtete Kind ist die mit fünf Jahren in Südtirol verschwundene Magdalena Senoner. Doch wer steht hinter der Kamera? Alle Fäden laufen zusammen, als der deutsche Wirt die Aufnahmen seiner Überwachungskamera an die Polizei weiterleitet. Kann Milia den Zeitvorsprung des Entführers aufholen und die kleine Magdalena zurück nachhause bringen?

Screeningtermine:

Do 18.15 Classic | Fr 13.30 Casino | So 20.30 Cinema

 

„Narren" von Wiltrud Baier und Sigrun Köhler

Der Narrenmeister Christoph steht vor einem großen Problem: Viel zu viele und vor allem zu viele falsche Narren aus dem Umland wollen am berühmten Rottweiler Fasnachtsumzug, dem Narrensprung, teilnehmen. Trotz strenger Regeln, wie die Kenntnis des Schwäbischen, oder eine Art TÜV für die kostbaren und teuren Kostüme und handgeschnitzten Masken, kommen tausende Narren in die Stadt und es werden jedes Jahr mehr. Konservative und liberale Narren debattieren, wie offen oder wie exklusiv die Rottweiler Fasnacht sein soll. Und auf keinen Fall dürfen Frauen sich als Pferdchen verkleiden.

Screeningtermine:

Do 19.45 Casino | Fr 11.15 Central | So 16.30 Regina

 

„Kopfplatzen" von Şavas Ceviz

Markus, ein gutaussehender, sympathischer und angesehener Architekt, ist pädophil. Körper von kleinen Jungs erregen ihn. Er leidet sehr unter seiner Neigung. Er quält sich damit und hasst sich dafür. Dennoch ist die Erregung da. Seine Qual ist dann am größten, wenn er kurz davorsteht, zum ersten Mal tatsächlich sexuell mit einem Jungen zu werden. In diesen Momenten ahnt er, dass er sein Verlangen auf Dauer nicht unter Kontrolle haben wird. Er isoliert sich zusehends.

Als die alleinerziehende Jessica und ihr achtjähriger Sohn Arthur in die Nachbarwohnung einziehen, verliebt Jessica sich in Markus und auch Arthur mag ihn sehr. Markus beginnt eine Beziehung mit Arthurs Mutter, um so noch öfter mit dem Jungen zusammen zu sein, der ebenso gern Zeit mit ihm verbringt. Markus kämpft darum, den lauter werdenden Rufen in seinem Kopf zu widerstehen, endlich „mehr“ mit dem Jungen zu machen.

Screeningtermine:

Do 20.45 Scala | Fr 18.30 City | Sa 17.45 Scala

 

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