MFG bei der 76. Berlinale

Drei geförderte Weltpremieren, Impulse für nachhaltige Filmproduktion beim Green Tec Day und die Verleihung des Thomas Strittmatter Preises standen im Mittelpunkt.

Die Gruppe steht vor der Strittmatter Preis Logo-Wand
Carl Bergengruen, (MFG-Geschäftsführer), Arne Braun (Kunststaatssekretär), und Leserin Anne Ratte-Polle mit den Nominierten des Thomas Strittmatter Preises. | © Stefan Krempl
Carl Bergengruen (Links) und die zwei Gewinner des Thomas Strittmatter Preises 2026 beim feierlichen Tortenanschnitt nach der Preisverleihung.
Carl Bergengruen (links) und die zwei Gewinner des Thomas Strittmatter Preises 2026 beim feierlichen Tortenanschnitt nach der Preisverleihung. | © AEDT, Stefan Krempl
| Berlin

Die MFG blickt auf eine erfolgreiche 76. Berlinale zurück: Drei geförderte Produktionen feierten Weltpremiere, beim Green Tech Day setzte der von der MFG geleitete Arbeitskreis Green Shooting zentrale Impulse für europaweit einheitliche Nachhaltigkeitsstandards, und mit der Verleihung des Thomas-Strittmatter-Preises wurde erneut herausragende Stoffentwicklung ausgezeichnet. 

Drei MFG-geförderte Weltpremieren bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin

Die diesjährige Berlinale bot erneut eine prominente Bühne für Produktionen aus Baden-Württemberg.

„Vier minus drei“ – Weltpremiere
In der Sektion Berlinale Panorama feierte Adrian Goigingers Drama „Vier minus drei“ seine Weltpremiere. Im Zentrum steht eine Ehefrau und Mutter (Valerie Pachner), die durch einen Unfall ihre Familie verliert und in eine existenzielle Krise gerät. Produziert wurde der Film von Giganten Filmproduktion (Ludwigsburg).

„Allegro Pastell“ – Weltpremiere
Ebenfalls im Panorama lief „Allegro Pastell“ von Regisseurin Anna Roller nach dem gleichnamigen Roman von Leif Randt. Erzählt wird von einer Fernbeziehung, die aus dem Gleichgewicht gerät. Produziert wurde der Film von Walker + Worm (München), die Postproduktion übernahm Bewegte Bilder (Tübingen).

„House of Yang“ – Weltpremiere
Als Berlinale Special im Hauptprogramm wurde die Mystery-Miniserie „House of Yang“ präsentiert. Die sechsteilige Serie von Stefanie Ren (Drehbuch) und Mia Spengler (Regie) erzählt von einem abgelegenen Haus im Schwarzwald, das von Geistern der Vergangenheit heimgesucht wird. Produziert wurde die Serie von Wood Water Films (Mannheim) an Drehorten im Schwarzwald.

Green Tec Day setzt Impulse für nachhaltige Filmproduktion in Europa

Mit einem klaren Appell an Politik und Branche ist der Green Tec Day des VTFF zu Ende gegangen. Unter der Überschrift „Wir können das nur gemeinsam stemmen“ diskutierten nationale und internationale Expert*innen über verbindliche ökologische Standards, Investitionsbedarfe und konkrete Umsetzungsschritte für eine nachhaltige audiovisuelle Produktion in Europa.

Die erste Panelrunde begrüßte ausdrücklich den Investitionspakt für nachhaltige Film- und Serienproduktion und mahnte eine zügige Umsetzung an. Im zweiten Panel „Grenzenlos grün“ stand die europäische Perspektive im Mittelpunkt. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und Leiter des Arbeitskreises Green Shooting, betonte: „Wir brauchen europaweit einheitliche ökologische Standards. Da müssen wir hin!“ Der Tenor: Nachhaltigkeit in der Filmproduktion ist nur durch abgestimmte Rahmenbedingungen, gemeinsame Kriterien und länderübergreifende Kooperation wirksam umzusetzen.

Höhepunkt: Verleihung des Thomas-Strittmatter-Preises

Ein zentraler Programmpunkt war die Verleihung des von der MFG gestifteten Thomas-Strittmatter-Drehbuchpreises in der Landesvertretung Baden-Württemberg. Aus 60 anonymisierten Einreichungen nominierte die Jury unter Vorsitz von Laila Stieler drei Bücher: „Hyperbaby“ von Romina Küper, „Malibu“ von Duc-Thi Bui und Philipp Lutz sowie „Running High“ von Stefanie Fies.

Der mit 20.000 Euro dotierte Preis gilt als höchstdotierte Drehbuchauszeichnung Deutschlands. Die Realisierungsquote der prämierten Stoffe ist im Branchenvergleich außergewöhnlich hoch; zahlreiche ausgezeichnete Projekte wurden erfolgreich verfilmt. Entsprechend hoch ist die Reputation des Preises in der Branche.

In diesem Jahr ging die Auszeichnung an das Duo Duc-Thi Bui und Philipp Lutz für ihr Drehbuch „Malibu“. Die Jury würdigte insbesondere die erzählerische Präzision und die zeitgenössische Stoffentwicklung. Herzlichen Glückwunsch!

Standortdialog Animation und VFX: Südwesten behauptet Spitzenposition

Am Vorabend der Berlinale kamen in der Landesvertretung Baden-Württemberg Vertreter*innen aus Politik und Branche zusammen, um über die Zukunft des Standorts für Animation und visuelle Effekte zu beraten. Baden-Württemberg verzeichnet in diesem Segment seit Jahren ein dynamisches Wachstum und hat sich bundesweit als führender Standort etabliert. Vor diesem Hintergrund forderte MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen, die anstehende Reform der Bundesfilmförderung müsse Animation und VFX stärker berücksichtigen. Länder wie Großbritannien, Irland, Tschechien oder Neuseeland hätten ihre Förderquoten in diesem Zukunftsfeld deutlich erhöht. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben und die Position weiter auszubauen, brauche es vergleichbare nationale Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen.

Quelle: MFG
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