Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

25 Jahre CineLatino, 15 Jahre CineEspañol

Vom 18. bis zum 25. April wird das Doppeljubiläum gefeiert

Was als kleine Filmreihe begann, hat sich über die Jahre zur bundesweit bedeutendsten Plattform für lateinamerikanischen und spanischen Film entwickelt. Ein vielseitiges Filmprogramm erwartet das Festivalpublikum in Tübingen, Stuttgart, Freiburg und Reutlingen.

 

CINELATINO-Doppeljubiläum

Im Jahr 1992 legte Paulo de Carvalho den Grundstein für das heutige CINELATINO, als er in einem kleinen Kino in Tübingen eine Hand voll Filme aus seinem Heimatland Brasilien zeigte. 25 Jahre später hat sich die kleine Filmreihe zum wichtigsten Festival für lateinamerikanisches und spanisches Kino in Deutschland entwickelt. Bestärkt durch das große Publikumsinteresse wurden schon im Jahr 1995 Filme aus ganz Lateinamerika ins Programm aufgenommen und 2003 kam mit dem CineEspañol ein Festival für Filme aus Spanien hinzu, das fortan unter dem Dach des CINELATINO zeitgleich stattfand. Das vielfältige Programm bietet seit jeher sowohl Platz für die Werke bekannter und etablierter Regisseur*innen als auch für Arbeiten von jungen, unabhängigen Filmemacher*innen. Über die Jahre konnte das Festivalpublikum einmalige Einblicke in die Film- und Lebenswelten Lateinamerikas und Spaniens gewinnen – nicht zuletzt durch die Begegnungen mit den zahlreichen internationalen Gästen, die ihre Filme jedes Jahr persönlich vorstellen.

 

Länderschwerpunkt: Brasilien

Im Jubiläumsjahr steht Brasilien als Filmland im Mittelpunkt. Zehn Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme spiegeln gesellschaftliche Verhältnisse wider, die besondere Einblicke hinter die Kulissen eines Postkartenidylls bieten. Starke Frauen stehen dabei im Vordergrund, aber auch Transgender und der Widerstand gegen Korruption, Gewalt und Intoleranz.

In einer von Bandenkriegen bedrohten Favela in Belo Horizonte nimmt Andreia ihr Schicksal in die Hand und setzt ihren Traum von einem besseren Leben entschlossen um (Baronesa von Juliana Antunes). São Paulo ist die Leinwand für Corpo elétrico von Festivalgast Marcelo Caetano: Für die bunt zusammengewürfelte Gruppe von Freund*innen um Elias spielen soziale Unterschiede, Hautfarbe und sexuelle Orientierung keine Rolle, sie leben für den Augenblick. In As duas Irenes (von Fabio Meira) entspinnt sich eine berührende Coming-of-Age-Geschichte, in der zwei unterschiedliche Teenagerinnen entdecken, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie dachten.

 

Die Filmhighlights

Der Spielfilm Aquarius des brasilianischen Regisseurs Kleber Mendonça Filho eröffnet das Festival: Die stur-charmante Clara lässt sich nicht aus ihrem Apartment vertreiben und widersetzt sich im Alleingang einem korrupten Investor.

Die Themen des aktuellen lateinamerikanischen Autorenkinos reichen von der Infragestellung gängiger Schönheits- und Geschlechterstereotype (Las malcogidas von Denisse Arancibia Flores) über das Leben indigener Dorfgemeinschaften im Einklang mit dem Amazonas (Río verde: El tiempo de los Yakurunas von Alvaro und Diego Sarmiento) bis zur gemeinsamen Traumabewältigung von argentinischen und britischen Veteranen aus dem Falklandkrieg (Teatro de guerra von Lola Arias). Im spanischen Kino lebt der Mythos Don Quijote weiter, wenn ein Mann mit seinem Esel und einem Traum loszieht, vorbei an modernen Windmühlen und Schnellstraßen (Donkeyote von Chico Pereira). Der aktuelle Film eines Regie-Mythos ist ein Highlight des 15. CineEspañol: Carlos Sauras fesselnde Musikdokumentation La Jota über den gleichnamigen spanischen Tanz. Den Festivalabschluss bildet der venezolanische Spielfilm La familia (von Gustavo Rondón Córdova): Nach einem blutigen Streit müssen Pedro und sein Vater ihr Viertel in Caracas fluchtartig verlassen. In der Extremsituation nähern sich Vater und Sohn langsam an.

Themenschwerpunkt: Jugend in Iberoamerika

Viele Debütfilme drehen sich um das Leben junger Menschen in Lateinamerika und Spanien. So unterschiedlich ihre Lebensumstände auch sind, so sehr gleichen sich doch ihre Träume – die Sehnsucht nach der weiten Welt, das Streben nach Unabhängigkeit und die Freude am Leben. Júlia aus Barcelona hatte Fernweh, doch der Start ins Auslandssemester im winterlich grauen Berlin gestaltet sich zunächst schwierig (Júlia ist von Elena Martín). Der Alltag von fünf jungen Punker*innen in Medellín besteht aus Straßenkunststücken, Graffiti, Punkmusik, Marihuana und dem Traum, der Enge der von Gewalt beherrschten Stadt zu entfliehen und Südamerika zu bereisen (Los nadie von Juan Sebastián Mesa). Ana und Sole machen auf ihren Fahrrädern San José unsicher und drücken sich vor dem Erwachsenwerden, bis ein schauriger Fund ihre Freundschaft und ihre Lebenseinstellung auf die Probe stellt ... (Atrás hay relámpagos von Julio Hernández Cordón).

 

Open Festival Space

Zum vierten Mal verlässt das CINELATINO beim Open Festival Space die Kinosäle und zeigt ein vielseitiges Kurzfilmprogramm Open Air in der Haaggasse und in verschiedenen Kneipen der Tübinger Innenstadt.

 

Wettbewerb:

Folgende Filme konkurrieren um den mit 1.000 Euro dotierten Tübinger Publikumspreis Premio del Público Vivat Lingua! – gestiftet von den Sprachtrainingsprogrammen Vivat Lingua!:

 

  • Baronesa (Brasilien 2017) von Juliana Antunes
  • Cocote (Dom. Republik/Argentinien/D/Katar 2017) von Nelson Carlo de los Santos
  • El techo (Kuba/Nicaragua 2016) von Patricia Ramos
  • Júlia ist (Spanien 2017) von Elena Martín
  • Medea (Costa Rica/Chile/Argentinien 2017) von Alexandra Latishev Salazar
  • Niñato (Spanien 2017) von Adrián Orr
  • Oso polar (Mexiko 2017) von Marcelo Tobar
  • Río verde: El tiempo de los Yakurunas (Peru 2017) von Alvaro und Diego Sarmiento
  • Teatro de guerra (Argentinien/Spanien/Deutschland 2018) von Lola Arias

 

Veranstalter:

Das Festival wird von den Filmtagen Tübingen e.V. in Zusammenarbeit mit Vereinigte Lichtspiele Tübingen, Delphi Arthaus Kino Stuttgart, Club Voltaire Tübingen, dem Dachverband der Lateinamerikanischen Vereine Stuttgart und dem Kommunalen Kino in Freiburg veranstaltet.

 

Termine:

Tübingen:      18.–25. April 2018 im Kino Museum

Stuttgart:       19.–25. April 2018 im Delphi Arthaus Kino

Freiburg:       18.–25. April 2018 im Kommunalen Kino

Reutlingen:   19.–25. April 2018 im Programmkino Kamino

 

Kontakt:

Kathrin Frenz und Franziska Erhart

Pressearbeit

 

CINELATINO

c/o Filmtage Tübingen e. V.

Hintere Grabenstr. 20

72070 Tübingen

Tel.: 07071-56 96 56

 

cinelatino@filmtage-tuebingen.de

www.filmtage-tuebingen.de

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