Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Preisregen für MFG-geförderte Filme

Pressemitteilung vom 5. November 2018

Zwei Mädchen liegen auf dem Boden
Still aus "Verlorene" von Felix Hassenfratz | Bild: W-Film

Zwei MFG-geförderte Filme bei den Biberacher Filmfestspielen ausgezeichnet: Debüt-Biber ging an „Verlorene“ von Felix Hassenfratz, Doku-Biber für „Scala Adieu – von Windeln verweht“ von Douglas Wolfsperger | Günter-Rohrbach-Preis für „In den Gängen“ | DOK Leipzig ehrt „#Female Pleasure“ mit dem Special Preis der Interreligiösen Jury


Stuttgart, 5. November 2018. – Wie schon im Vorjahr („Back for Good“ von Mia Spengler) gewann auch bei den 40. Biberacher Filmfestspielen eine MFG-geförderte Produktion den mit 3.000 Euro dotierten Debütfilmpreis. „Verlorene“ von Felix Hassenfratz überzeugte die Jury. Einen „modernen Anti-Heimat-Film“, nennt er sein Kino-Debüt. Einen Heimatfilm, bei dem bewusst der badische Dialekt verwendet wurde, Ort der Handlung und die dort lebenden Menschen dem Autor und Regisseur vertraut sind. Ein Heimatfilm, der genau aus diesen Gründen nicht authentischer sein könnte. Ein Heimatfilm, der bedrückt, der mit einer atmosphärischen Dichte an Bildern und minimalistischen Szenen überzeugt und hinter die Oberfläche schaut. Produziert wurde „Verlorene“ von VIA-FILM in Koproduktion mit Rat Pack Filmproduktion South West in Zusammenarbeit mit SWR und WDR. W-Film brngt „Verlorene“ am 17. Januar 2019 in die deutschen Kinos.

Den Doku-Biber des Festivals, ebenfalls mit 3000 Euro dotiert, erhielt „Scala Adieu – von Windeln verweht“ von Douglas Wolfsperger. Eine Stadt, ein Kino und ein Abschied wider Willen: In Konstanz am Bodensee eröffnete 2017 die fünfte städtische Filiale der größten Drogeriemarktkette Europas. Bis 2016 waren die Räumlichkeiten der Filmkultur vorbehalten, denn hier residierte der "Scala Filmpalast". Als Douglas Wolfsperger den magischen Ort der eigenen Kinosozialisation besucht, ist der Bürgerprotest gegen die Schließung bereits in vollem Gange. Der Filmemacher wird Zeuge des letzten Aufbäumens eine sterbenden Programmkinos, spricht mit glühenden Filmenthusiasten und nüchternen Stadtverwaltern über Schwund und Expansion, Lustgewinn und Handelszuwächse, undurchsichtige Interessen und günstige Geschäftslagen. Der Film der Douglas Wolfsberger Filmproduktion überzeugte die Jury mit seiner witzigen und frechen Art.

Ein weiterer MFG-geförderter Film wurde am Freitagabend in Neunkirchen mit dem Günter-Rohrbach-Filmpreis, dotiert mit 10.000 Euro, ausgezeichnet. Im Spielfilm „In den Gängen“ von Thomas Stuber, nach einer Erzählung von Clemens Meyer, spielen Sandra Hüller, Franz Rogowski und Peter Kurth drei Mitarbeiter in einem Großmarkt. Christian (Rogowski) ist der Anfänger und räumt die Waren ein. Im Gang nebenan arbeitet Marion (Hüller), die Christian auch mag, doch sie ist verheiratet – mit einem Schläger. Trotz allem geben sich die beiden Halt in einem Leben, das außerhalb des Großmarkts kaum auszuhalten ist. Doch drinnen gehört ihnen die Welt. Der Spielfilm wurde von der Ludwigsburger Sommerhaus Filmproduktion in Zusammenarbeit mit dem MDR, Arte, SWR, HR, Departures Film, Rotor Film sowie mit Fördermitteln der Mitteldeutschen Medienförderung, der MFG Baden-Württemberg, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Deutschen Filmförderfonds DFFF hergestellt und unter anderem in Karlsruhe gedreht.

Die MFG-geförderte Dokumentation „#Female Pleasure“ wurde beim 61. DOK Leipzig 2018 mit dem Special Preis der Interreligiösen Jury ausgezeichnet. Der Film begleitet fünf junge mutige Frauen aus den fünf Weltreligionen bei ihrem risikoreichen Aufstand gegen die Dämonisierung der weiblichen Sexualität durch den zunehmenden religiösen Fanatismus. Und zeigt ihre konfliktreiche Suche nach erfüllter Sexualität und ihnen bisher verbotenen Liebe, in der hypersexualisierten säkularen Welt.Ein Film über das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung – für alle Frauen. Die schweizerisch-deutsche Koproduktion wurde von Mons Veris Films und der Stuttgarter INDI Film mit Arte realisiert und von der MFG Filmförderung und Eurimages in der Produktion unterstützt und kommt am 8. November 2018 in die deutschen Kinos.

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