Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

MFG fördert acht Filme im Verleih

In ihrem Förderbereich Verleih/Vertrieb hat die MFG Filmförderung Baden-Württemberg für acht Projekte, darunter vier Dokumentarfilme, insgesamt rund 150.000 Euro bewilligt

"Das Forum" von Marcus Vetter
"Das Forum" von Marcus Vetter | Bild: Filmperspektive, Stuttgart

Die höchste Fördersumme geht mit rund 30.000 Euro an das Stuttgarter Unternehmen Der Filmverleih für das Biopic „Die Dirigentin“ von Maria Peters, die – auf einer wahren Geschichte beruhend – von der ersten Dirigentin der Welt erzählt. Je 25.000 Euro bekommen der Tübinger Arsenal Filmverleih für den Animationsfilm „Bunuel im Labyrinth der Schildkröten“ von Salvador Simó und Tobis für die Herausbringung des Animationskinderfilms „Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen“.


Unter den geförderten Verleihprojekten der letzten Jurysitzung dieses Jahres sind vier Dokumentarfilme, u.a. die neuen Arbeiten von Marcus Vetter „Das Forum“ (Verleih: Filmperspektive, Stuttgart) und der Dokumentar¬filmerinnen Wiltrud Baier und Sigrun Köhler „Die Narren“ (im Selbstverleih von Wiltrud Baier und Sigrun Köhler).

 

Die Entscheidungen im Einzelnen:

Die Dirigentin
30.220,00 Euro

Biopic
Regie: Maria Peters
Antragsteller: Der Filmverleih GmbH, Stuttgart
Kinostart: 23.04.2020
„You`re either born a musician or you`re born not a musician. It has nothing to do with gender.“ - Antonia Brico. Eine Frau am Pult - das gilt immer noch als Sensation und wird in den Medien als Ausnahme-Erscheinung dargestellt. Der Beruf des Dirigenten gehört zu den letzten Männerdomänen unserer Gesellschaft. Noch immer. Davon erzählt der Film, der auf einer wahren Geschichte basiert. Maria Peters Film handelt von der in den Niederlanden geborenen US Amerikanerin Antonia Brico, die die erste Dirigentin der Welt wurde.

Bunuel im Labyrinth der Schildkröten
25.000,00 Euro

Animation
Regie: Salvador Simó
Antragsteller: Arsenal Filmverleih GmbH, Tübingen
Kinostart: 26.12.2019
„Bunuel im Labyrinth der Schildkröten" erzählt die seltsame, aber wahre Geschichte von der Entstehung des dritten Films des Filmemachers Bunuel, dem Meister des Surrealen. Paris, 1930: Salvador Dali und Luis Bunuel gehören zu den Hauptakteuren des Surrealismus, aber nach dem Skandal um seinen zweiten Film „L'Age d'Or" ist Bunuel mittellos. Da kauft sein guter Freund, der Bildhauer Ramon Acin, ein Lotterielos und verspricht ihm, den nächsten Film zu bezahlen, falls das Los gewinnt. Unglaublich, aber wahr: Das Glück ist auf ihrer Seite, das Los gewinnt, und sie drehen den Film.

Die Heinzels - Rückkehr der Heinzelmännchen
25.000,00 Euro

Genre: Animationsfilm/ Kinderfilm
Regie: Ute von Münchow-Pohl
Antragsteller: Tobis Film GmbH, Berlin
Kinostart: 30.01.2020
Seit 250 Jahren leben die Heinzelmännchen nun schon unter der Erde. Doch das quirlige Heinzelmädchen Helvi erträgt diese Enge nicht mehr und begibt sich an die Erdoberfläche, um dort ihr wahres Talent zu finden. Ihre Freundschaft mit dem stinkstiefeligen Feinbäcker Theo ebnet schließlich allen Heinzels den Weg zurück zu ihrer wahren Bestimmung: dem Helfen!

Cunningham (3D)
20.000,00 Euro

Dokumentarfilm
Regie: Alla Kovgan
Antragsteller: Camino Filmverleih GmbH, Stuttgart
Kinostart: 19.12.2019
Der Dokumentarfilm CUNNINGHAM erweckt die legendären Choreografien von Merce Cunningham – getanzt von den letzten Mitgliedern seiner berühmten Company – noch einmal zum Leben. In poetischen Bildern begleitet der Film, Cunninghams künstlerischen Werdegang in der Zeit von 1944 bis 1972, der geprägt war von Risikofreude und innovativer Kraft. Von den frühen Jahren in New York, in denen sich Cunningham als Tänzer durchzusetzen versuchte, bis zu seinem Durchbruch als einer der visionärsten Choreografen der Welt.

Das Forum
15.000,00 Euro

Dokumentarfilm
Regie: Marcus Vetter
Antragsteller: Filmperspektive GmbH, Stuttgart
Kinostart: 06.11.2019
In Zeiten von grassierendem Populismus und zunehmendem Misstrauen gegenüber den Eliten begleiten wir Klaus Schwab, den 81-jährigen Gründer des umstrittenen Weltwirtschaftsforums über den Zeitraum eines Jahres bei seinen Bemühungen, sein Leitmotiv umzusetzen: den Zustand der Welt zu verbessern.

Der Krieg in mir
12.000,00 Euro

Dokumentarfilm
Regie: Sebastian Heinzel
Antragsteller: Heinzelfilm GmbH, Loßburg
Kinostart: 05.03.2020
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass extreme Stresserfahrungen genetisch weitervererbt werden können. Sebastian Heinzel untersucht die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf seine Familie und folgt dem Weg, den sein Großvater von Deutschland nach Weißrussland ging. Dabei entdeckt er erstaunliche Verbindungen zu seiner eigenen Geschichte und den Kriegsträumen, die ihn seit Jahren verfolgen. Heinzel bezieht seinen Vater in seine Auseinandersetzung ein, die beide einander näher bringt und das Schweigen bricht, das auch seinen Vater prägte. Der Film zeigt, wie sich Knoten in der eigenen Familiengeschichte lösen lassen und Veränderungen Raum geben.

Kopfplatzen
12.000,00 Euro

Drama
Regie: Savas Ceviz
Antragsteller: Salzgeber & Co. Medien GmbH, Berlin
Kinostart: 02.04.2020
Markus ist ein gut aussehender, sympathischer und angesehener Architekt. Und er ist pädophil. Körper von kleinen Jungs erregen ihn. Er will das nicht. Er leidet sehr unter seiner Neigung. Er quält sich damit und hasst sich dafür. Dennoch ist die Erregung da. Er ahnt, dass er sein Verlangen auf Dauer nicht unter Kontrolle haben wird.

Narren
12.000,00 Euro

Dokumentarfilm
Regie: Sigrun Köhler, Wiltrud Baier
Antragsteller: Wiltrud Baier und Sigrun Köhler GbR
Kinostart: Januar 2020
Zu viele und vor allem zu viele falsche Narren wollen am berühmten Rottweiler Narrensprung teilnehmen. Eine humorvolle und berührende filmische Parabel zu den großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit.


Die Förderentscheidungen trafen Prof. Dr. Susanne Marschall (Vors.), Franziska Heller, Thomas Bastian, Dietrich Förster-Henkel, Dieter Krauß, Herbert Spaich und Prof. Carl Bergengruen.

Nächster Einreichtermin für Verleih-/Vertriebsförderung: 3. Februar 2020.

 

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