Deutscher Dokumentarfilmpreis

Der von der MFG Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) gestiftete Deutsche Dokumentarfilmpreis wird seit 2017 jährlich vergeben und im Rahmen des neuen SWR Doku Festival in Stuttgart überreicht. Die mit 20.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für einen deutschsprachigen Dokumentarfilm würdigt besonders herausragende filmische Leistungen zur Pflege und Weiterentwicklung des Dokumentarischen im Fernsehen und im Kino.

Der Ehrenpreis für das Lebenswerk wird 2021 zum ersten Mal im Rahmen des Deutschen Dokumentarfilmpreises verliehen und gemeinsam von der MFG Baden-Württemberg und dem SWR Doku Festival vergeben.

Preisträger*innen 2021

Der Ehrenpreis des Deutschen Dokumentarfilmpreises geht in diesem Jahr an den Regisseur Georg Stefan Troller für sein Lebenswerk. Der heute 99-jährige Regisseur und Schriftsteller schuf stilbildende Filme des Fernsehdokumentarismus. Zeitlose Meisterwerke, die bis heute ungebrochen Strahlkraft besitzen. Der Preis wird im Rahmen des SWR Doku Festivals 2021 verliehen. 

„Er ist eine große und filmprägende Persönlichkeit und noch heute ein Vorbild für alle Filmschaffenden. Authentisch und mitfühlend, kritisch und hautnah gelang ihm in über 150 Filmen bravourös die Balance zwischen atmosphärischer Dichte und präzisem Blick, zwischen dokumentarischer und journalistischer Erzählung. Im Namen des SWR Doku Festivals gratuliere ich Professor Georg Stefan Troller ganz herzlich zum Ehrenpreis des Deutschen Dokumentarfilmpreises“, so SWR Intendant Prof. Dr. Kai Gniffke.

Preisträger*innen 2020


Aktualisierung: Filmemacherin von „Lovemobil“ gibt Deutschen Dokumentarfilmpreis zurück. Mehr Informationen finden Sie hier.


2020 ging der Preis ursprünglich an Feras Fayyad für „Eine Klinik im Untergrund – The Cave“ und an Elke Margarete Lehrenkrauss für „Lovemobil“. In diesem Jahr wurde der Preis an zwei Filme verliehen und das Preisgeld von 20.000 Euro geteilt.

Der Dokumentarfilm „Eine Klinik im Untergrund – The Cave“ begleitet die 30-jährige angehende Kinderärztin Dr. Amani im kriegsgeschüttelten Syrien bei ihrer täglichen Arbeit in einem verborgenen unterirdischen Feldkrankenhaus. Als Leiterin eines Teams aus Ärzten und zivilen Betreuern arbeitet sie unermüdlich daran, in Al Ghouta bei Damaskus die Opfer von Bombenangriffen und chemischer Kriegsführung mit der wichtigsten medizinischen Hilfe zu versorgen. Der syrische Filmemacher Feras Fayyad zeigt in seinem Film den täglichen Mut von Dr. Amani und ihrem Team und lässt dabei das Wesen von Menschlichkeit zutage treten. In der Jurybegründung heißt es: „Kinder mit Bombensplittern und Opfer von Chlorgasattacken - der Krieg zeigt sich hier in seiner sinnlosen Rohheit. Wenn zum Beispiel der operierende Arzt klassischer Musik während eines Eingriffs auf seinem Smartphone zuhört oder eine Krankenschwester Essen für die Belegschaft kocht, dann zeigt sich noch eine ganz andere Ebene in diesem Film. In dieser Untergrundklinik werden nicht nur Menschenleben gerettet, sondern auch die Ambivalenz des Menschseins beleuchtet. Die Schrecken des Krieges werden gezeigt, doch darüber hinaus thematisiert `The Cave` die Wahrung der Humanität in ihrer Allgemeingültigkeit. Das macht diesen Film so zutiefst berührend und intelligent, weil er uns alle miteinbezieht."

Syrien, Dänemark, Deutschland, USA und Katar 2019 - 95 Minuten; Buch: Alisar Hasan, Feras Fayyad; Regie: Feras Fayyad; Kamera: Muhammed Khair Al Shami, Ammar Suleiman, Mohammed Eyad; Montage: Per K. Kirkegaard, Denniz Göl Bertelsen; Ton: Peter Albrechtsen; Musik: Matthew Herbert; Produktion: Danish Documentary Production

Koproduktion: ma.ja.de Filmproduktions GmbH, Hecat Studio Paris, Madam Films; Zusammenarbeit mit National Geographic, SWR, TV 2; Filmförderung: DOHA, Sun Yat-Sen Cultural Foundation, International Media Support, The Danish Film Institute Development, Docs Up Fund, Normandie for Peace