Deutscher Dokumentarfilmpreis

Der von der MFG Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) gestiftete Deutsche Dokumentarfilmpreis wird seit 2017 jährlich vergeben. 2025 fand die Verleihung im Rahmen des Internationalen Filmfestes Mannheim-Heidelberg statt. Die mit 20.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für einen deutschsprachigen Dokumentarfilm würdigt besonders herausragende filmische Leistungen zur Pflege und Weiterentwicklung des Dokumentarischen im Fernsehen und im Kino.

Der Ehrenpreis für das Lebenswerk wurde 2021-2024 gemeinsam von der MFG Baden-Württemberg und dem SWR Doku Festival vergeben.


Deutscher Dokumentarfilmpreis 2025 an "Im Prinzip Familie" von Daniel Abma

Musikpreis vom SWR an Clara Stella Hüneke für ihren Film „Sisterqueens“ / Förderpreis des Hauses des Dokumentarfilms für Rand Beirutys Film „Tell Them About Us – Über Uns Von Uns“

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung des 74. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg (IFFMH) wurde am 13. November 2025 im Karlstorbahnhof in Heidelberg der Deutsche Dokumentarfilmpreis in drei Kategorien verliehen. Mitglieder der Hauptjury waren Adriana Altaras, Stefan Eberlein, Saskia Kress, Dunja Ramadan und Martin Thür. 

Der mit 20.000 Euro dotierte, vom Südwestrundfunk (SWR) und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) gestiftete Hauptpreis geht dieses Jahr an den Filmregisseur Daniel Abma für seinen Film „Im Prinzip Familie”, der von der MFG eine Verleihförderung für den Kinoeinsatz erhalten hatte (Camino Verleih, Stuttgart).

Die unabhängige Hauptjury vergibt den Hauptpreis an „Im Prinzip Familie” von Daniel Abma 

20.000 Euro, gestiftet vom SWR und der MFG, gehen an den Regisseur Daniel Abma, der über mehrere Jahre hinweg den Alltag einer Wohngruppe von Heimkindern im ländlichen Raum dokumentiert hat. Im Fokus stehen professionelle Erziehende, die fünf Jungen im Alter von sieben bis vierzehn Jahren täglich das geben wollen, was sie am meisten brauchen: Geborgenheit, Orientierung und ein Zuhause. Die Begründung der Jury: „,Im Prinzip Familie‘ zieht sein Publikum von der ersten Szene an in seinen Bann und lässt es bis zum Schluss nicht mehr los. Immer changierend zwischen Distanz und Nähe. Obwohl das Thema so hart ist, geht man am Ende nahezu beschwingt aus dem Film. Es bleibt ein Gefühl der Inspiration.“

Alle Preisträger des Deutschen Dokumentarfilmpreises unter: www.iffmh.de

 

Die Preisträger*innen 2024

Bei einer festlichen Veranstaltung wurde am 21. Juni 2024 in Stuttgart der Deutsche Dokumentarfilmpreis infünf Kategorien verliehen. Der mit 20.000 Euro dotierte, vom Südwestrundfunk (SWR) und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gestiftete Hauptpreis ging dieses Jahr an die Filmregisseurin Jialing Zhang für ihren Film „Total Trust”.

Hauptpreis an „Total Trust” von Jialing Zhang

Die Hauptjury hat sich in diesem Jahr dazu entschieden, den Hauptpreis an Jialing Zhang für ihren Film „Total Trust” zu geben. Das Preisgeld von 20.000 Euro, gestiftet vom SWR und der MFG, gehen an die Regisseurin. Die aus China stammende Filmemacherin fängt in ihrem Film „Total Trust” die unheimliche Macht von Big Data und KI ein. Der Film ist ein zutiefst beunruhigender und zugleich bewegender Film über Verwendung und Missbrauch im öffentlichen wie im privaten Leben, über Zensur und Selbstzensur. Mit China als Spiegel schlägt der Film Alarm: Der zunehmende Einsatz von digitalen Überwachungstools ist längst ein globales Phänomen – auch in demokratisch geführten Ländern.

Begründung der Jury: „Ihr Film dokumentiert eindrücklich, dass der stalinistische Unterdrückungsstaat Maos nun mit modernster Überwachungstechnologie lückenlos perfektioniert wird. Die besondere Leistung des Films ist es, diese Investigation mit nahen, intimen Porträts von Regimekritikern zu verknüpfen. […] Jialing Zhangs Werk bietet große Bilder, erhellende Einblicke und berührende Szenen. Eine reale Dystopie in Moll. Dokumentarkino at it’s best.“

„Total Trust“
Deutschland, Niederlande 2023,
Buch und Regie: Jialing Zhang;
Kamera: Cuier (Anonymous), RCS (Anonymous), J.V. Chi (Anonymous); Montage: Barbara Toennieshen, Claire Shen (Anonymous);
Produktion: Filmtank; Co-Produktion: Witfilm, Interactive Media Foundation, ZDF/arte, NTR; Filmförderung: MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, Netherlands Film Fund, CoBO Fund, Eurimages, in Zusammenarbeit mit BBC Storyville, SVT, Chicken & Egg Pictures.

Inhalt: „Total Trust“ ist eine augenöffnende und zutiefst beunruhigende Geschichte über Überwachungstechnologie, Machtmissbrauch und (Selbst-)Zensur. Was passiert, wenn der Schutz unserer Privatsphäre missachtet wird? Anhand eindringlicher Schicksale von Menschen in China, die überwacht, eingeschüchtert und sogar gefoltert wurden, erzählt “Total Trust” von den Gefahren aktueller Technologien wie Big Data und KI in den Händen einer ungezügelten Macht. Mit China als Spiegel schlägt der Film Alarm. Denn der zunehmende Einsatz von digitalen Überwachungstools ist ein globales Phänomen – selbst in demokratisch geführten Ländern. Wenn das die Gegenwart ist, wie sieht dann unsere Zukunft aus?