Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Deutscher Dokumentarfilmpreis

Zwei Neuerungen beim von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) gestifteten Deutschen Dokumentarfilmpreis: Er wird seit 2017 jährlich (bisher alle zwei Jahre) vergeben und im Rahmen des neuen SWR Doku Festival in Stuttgart überreicht. Die mit 20.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für einen deutschsprachigen Dokumentarfilm würdigt besonders herausragende filmische Leistungen zur Pflege und Weiterentwicklung des Dokumentarischen im Fernsehen und im Kino.

Aus den insgesamt 113 Einreichungen im Jahr 2017 (seit 2015 können sich Autoren, Regisseure oder Produzenten auch direkt bewerben) nominierte eine unabhängige Hauptjury zwölf Produktionen und kürte den Preisträger(film).

Preisträger 2018

Der Deutsche Dokumentarfilmpreis 2018 geht an Talal Derki und seinen 99-minütigen Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons“.

Mit dem gemeinsamen Preis von SWR und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg wurde der Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons" (deutscher Filmtitel: „Kinder des Kalifats“) ausgezeichnet. Filmemacher Talal Derki kehrte dafür in seine Heimat Syrien zurück. Dort gewann er das Vertrauen einer radikal-islamistischen Familie und begleitete ihren Alltag über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren.

Die Jury begründet ihre Entscheidung folgendermaßen: „Der Film führt uns in eine fremde, essentiell verstörende Welt, ohne Schutz, aber mit großer dokumentarischer Geduld, mit unwiderstehlichen Bildern, erzählerischer Präzision, mit tiefem Respekt vor der Widersprüchlichkeit des menschlichen Daseins. […] Die Welt von ‚Of Fathers and Sons‘ ist diejenige radikaler Islamisten in Syrien. […] Als Filmemacher konnte er sie besuchen, wieder verlassen und uns das Privileg verschaffen, aus ihren Widersprüchen und ihrer Tragik zu lernen.“

„Of Fathers and Sons“ ist eine Produktion von BASIS Filmproduktion in Koproduktion mit Ventana Film, Cinema Group Production, SWR und rbb in Zusammenarbeit mit Arte und Impact Partners.

 

Meldung zum Deutschen Dokumentarfilmpreis 2018