Thomas Strittmatter Preis

Mit dem Thomas Strittmatter Preis zeichnet die MFG Filmförderung Autorinnen und Autoren für qualitativ hochwertige Drehbücher aus. Prämiert werden Fernseh- oder Kinostoffe mit einem Bezug zu Baden-Württemberg. Der nach dem jung verstorbenen Autor Thomas Strittmatter benannte Drehbuchpreis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alljährlich während der Berlinale im Rahmen einer feierlichen Gala verliehen.

Die Einreichung für die 26. Vergabe des Thomas Strittmatter Preises 2024 ist bereits beendet. Die Ausschreibung für die nächste Vergabe folgt Mitte 2024.

Für weitere Informationen siehe rechts unter "Einreichungen Drehbuchpreis".


Drei Nominierungen für den Thomas Strittmatter Preis 2024 für ein herausragendes Drehbuch

Die zum 26. Mal von der MFG gestiftete Auszeichnung in Höhe von 20.000 Euro wird am 21. Februar während der Berlinale verliehen.

Eine dreiköpfige Fachjury hat aus 45 Einreichungen drei Drehbücher für die Verleihung des Thomas Strittmatter Preises am 21. Februar in Berlin nominiert. Die Auszeichnung wird seit 26 Jahren von der MFG Filmförderung gestiftet, ist nach dem badischen, jung verstorbenen Autor Thomas Strittmatter (1961-1995) benannt und mit 20.000 Euro Preisgeld eine der bundesweit höchstdotierten Prämien für Drehbuch. Bereits die Nominierungen sind mit einer Prämie von 2.500 Euro verbunden. Für das Auswahlverfahren durch die Jury wurden die eingereichten Drehbücher anonymisiert.

Die nominierten Drehbücher und ihre Autorinnen bzw. Autoren sind (in alphabetischer Reihenfolge der Titel):

„Himmelfahrt“ von Schiar Simo

Genre: Dramedy-Thriller

Inhalt: Ein als Mustermigrant geltender, syrischer Bäcker entpuppt sich als terroristischer Schläfer, der sich zwischen seiner neuen Heimat Deutschland – und der damit zusammenhängenden Liebe zu einer deutschen Frau – und seiner heiligen Aufgabe entscheiden muss.

Schiar Simo wurde als eines von sechs Kindern syrisch-kurdischer Herkunft 1997 in Tübingen geboren und studierte von 2018 bis 2023 an der Filmakademie Baden-Württemberg im Studiengang Drehbuch. Er ist Teil des Usus-Schreibkollektivs (www.usus-schreibkollektiv.de).
 

„Paradeisa“ von Marleen Valien und Max Rauer

Genre: Tragikomödie

Inhalt: Die 12-jährige Lou macht sich Sorgen um ihren narzisstischen, aber erfolglosen Künstlervater Edgar. Als er auf die absurde Idee kommt, seinen eigenen Tod vorzutäuschen, schafft Lou es, sich aus der toxischen Beziehung zu ihm zu lösen.

Marleen Valien studierte an der Universität der Künste Berlin und besuchte währenddessen die Kunstklasse von Professor Ai Weiwei. Seit 2017 studiert sie Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Ihre bisher realisierten Kurzfilme feierten auf diversen internationalen Filmfestivals ihre Premieren.

Max Rauer arbeitete neben seinem Studium der Filmwissenschaften in Hamburg bereits als freiberuflicher Kameramann und drehte mehrere Kurz- und mittellange Filme, die auf renommierten Filmfestivals im Ausland zu sehen waren. Seit September 2017 studiert Max Rauer Bildgestaltung/Kamera an der Filmakademie Baden-Württemberg.

 

„Sieben Tage Februar“ von Tatjana Moutchnik

Genre: Drama

Inhalt: Nach Jahren der Distanz bekommt der alleinerziehende Arkadu (45) Besuch von Bruder Igor (42) und dessen Sohn aus Odessa. Nach jüdischem Brauch trauern sie um ihre jüngst verstorbene Mutter und graben dabei in alten Konflikten. Als der Krieg über die Ukraine kommt, steht die Familie Kopf und die Brüder stellen sich ihrer Beziehung zur Heimat.

Tatjana Moutchnik wurde 1988 in der Ukraine geboren, wuchs im Ruhrgebiet auf und lebt derzeit in Berlin. Von 2009 bis 2016 studierte sie Szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sie ist Alumna der Drehbuchwerkstatt München 2019/20, hat mehrere Kurzfilme realisiert und bereitet derzeit ihr Spielfilmdebüt vor.

Die Fachjury besteht in diesem Jahr aus

  • der Regisseurin und Drehbuchautorin Anne Zohra Berrached (Juryvorsitzende), die für ihre als Ko-Autorin und Regisseurin realisierten Kinofilme „24 Wochen“ (2016) und „Die Welt wird eine andere sein“ (2021) mit nationalen und internationalen Filmpreisen ausgezeichnet wurde,
  • Maria Köpf, langjährige Produzentin bei X-Filme (Berlin) und Zentropa Entertainments von Lars von Trier und Peter Aalbæk Jensen sowie von 2016 bis 2019 Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und von 2019 bis Ende 2023 Ko-Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie,
  • und dem Drehbuchautor Oskar Sulowski, der unter anderem für die Serien „Drift – Partners in Crime“ (Action Concept/Sky Deutschland) und „Eldorado Kadewe“ (Constantin Television/UFA Fiction/ARD Degeto/rbb) und „Faking Hitler“ (UFA Fiction/RTL+) Drehbücher geschrieben hat.

Die Entscheidung über den Thomas Strittmatter Preis 2024 wird am 21. Februar während der Internationalen Filmfestspiele Berlin verkündet. Überreicht wird der Preis vom Staatssekretär des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Arne Braun, und MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen im Rahmen einer feierlichen Verleihung mit anschließendem Empfang in der Landesvertretung Baden-Württemberg (Einlass nur auf Einladung).

 

Die Preisträgerinnen 2023

Am 22. Februar 2023 fand zum 25. Mal die Verleihung des Thomas Strittmatter Preises in Berlin statt. Die dreiköpfige Fachjury, bestehend aus Regisseurin und Drehbuchautorin Julia von Heinz, Produzent und Kinobetreiber Jochen Laube und Drehbuchautorin und Producerin Sabine Steyer-Violet, wählte aus über 50 eingereichten Drehbüchern aus, die für das Auswahlverfahren anonymisiert wurden. Ausgezeichnet wurden die Autorinnen Mascha Schilinski und Louise Peter mit ihrem Drehbuch The Doctor Says I’ll Be Alright, But I’m Feelin Blue“.

Jurybegründung: Die Geschichte „The Doctor Says I’ll Be Alright, But I’m Feelin Blue“ wird über vier Zeitebenen an einem einzigen Ort so kunstvoll ineinander verwoben, dass man sich der Tragik, die durch die Jahrzehnte hindurch transzendiert nicht entziehen kann. Anhand unglaublich einprägsamen Bildern werden transgenerationale Vererbungen erzählt und ein mentales Sittenbild von vier Generationen gezeichnet. Ein beeindruckendes, vielschichtiges Werk, das lange nachhallt.

Überreicht wurde der Preis vom Staatssekretär des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Arne Braun, und MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen im Rahmen eines festlichen Empfangs am Rande der 73. Berlinale in der Landesvertretung Baden-Württemberg, bei der auch viel Filmprominenz zu Gast war.

Die Schauspielerin Julia Jäger las vor den geladenen 500 Gästen einen Ausschnitt aus dem prämierten Drehbuch.

Zusammen mit der ehemaligen Geschäftsführerin der MFG Baden-Württemberg, Gabriele Röthemeyer und der Vorjahresgewinnerin Chiara Fleischhacker bot Knut Elstermann einen Rückblick auf die Erfolgsgeschichte des Thomas Strittmatter Preises. Chiara Fleischhacker verfilmt als Regisseurin derzeit ihr 2022 prämiertes Drehbuch „Vena“ in Baden-Württemberg und zählt damit zu der Mehrzahl derer, denen der Strittmatter Preis der MFG Filmförderung konkret bei der Realisierung ihrer Skripte geholfen hat.

MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen hob hervor, dass von den bisher 26 prämierten Drehbüchern (der Preis wurde manchmal aufgeteilt) 21 verfilmt wurden, was einer beeindruckenden Quote von 80 Prozent entspricht. Davon stammten 12 Drehbücher von Frauen – das entspricht 57 Prozent weiblichem Anteil, die sich durch den Gewinn von Mascha Schilinski und Louise Peter noch erhöht hat.


Erfolgreiche Verfilmungen

Seit der Stiftung des Thomas Strittmatter Preises wurden sowohl junge Talente als auch etablierte Autor*innen zu Preisträger*innen gekürt. Die Auszeichnung ermöglicht den Autor*innen ein freies Arbeiten auf dem Weg zum fertigen Film und führte damit erfolgreich zur Verwirklichung vieler Drehbücher. Die Quote der Verfilmungen liegt bei rund 90 Prozent. 

2019 gewann die Thomas Strittmatter Preis-Trägerin Nora Fingscheidt für SYSTEMSPRENGER den Silbernen Bären/Alfred Bauer Preis. In den Jahren zuvor wurden ES KOMMT DER TAG (2008) von Susanne Schneider, BIS AUFS BLUT - BRÜDER AUF BEWÄHRUNG (2009) von Oliver Kienle, FESTUNG (2010) von Nicole Armbruster, FÜNF JAHRE LEBEN (2011) von Stefan Schaller, WILLKOMMEN BEI HABIB (2012) von Michael Baumann und Sabine Westermaier, DIE BLUMEN VON GESTERN (2013) von Chris Kraus sowie zuletzt ZUCKERSAND (2003) von Dirk Kummer verfilmt.

Jubiläumsclip ehemaliger Preisträger*innen


Hintergrundinformationen

Der am 18. Dezember 1961 in St. Georgen geborene Thomas Strittmatter verfasste zahlreiche Hörspiele, Romane und Drehbücher und studierte darüber hinaus Malerei an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe. Als Drehbuchautor schrieb er nach „Polenweiher" die Filmvorlagen für „Drachenfutter", „Das Königsstechen", „Winckelmanns Reisen", „Auf Wiedersehen Amerika", „Bohai Bohau" und „Viehjud Levi". 1994 wurde er mit dem Bayerischen Filmpreis-Drehbuchpreis ausgezeichnet. Strittmatter verstarb bereits im Alter von 33 Jahren an einem Herzinfarkt.

„Thomas Strittmatter war einer der herausragendsten jungen Theater-, vor allen Dingen aber auch Drehbuchautoren, die in der Bundesrepublik gewirkt haben und die beiden Regisseur*innen Jan Schütte und Didi Danquart, die vor allem mit ihm gearbeitet haben, sind ebenfalls dem Land eng verbunden", begründete die damalige MFG-Geschäftsführerin Gabriele Röthemeyer die Umbenennung des von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestifteten Preises von „Baden-Württembergischer Drehbuchpreis" in „Thomas Strittmatter Preis" im Jahr 2008.

In seiner Laudatio während der Preisverleihung am 13. Februar 2008 beschreibt Jan Schütte Thomas Strittmatter als einen „Geschichtenerzähler, der auch unterhalten wollte, der Sinn für Witz und Ironie hatte, und Lust an der Komik des Alltäglichen".


Einreichung Drehbuchpreis

Die Richtlinien für die Einreichung zum Thomas Strittmatter Preis auf einen Blick.

Oliver Krause
Oliver Krause

Leiter Drehbuch- & Entwicklungsförderung

Unit Filmförderung