Thomas Strittmatter Preis

Mit dem Thomas Strittmatter Preis zeichnet die MFG Filmförderung Autorinnen und Autoren für qualitativ hochwertige Drehbücher aus. Prämiert werden Fernseh- oder Kinostoffe mit einem Bezug zu Baden-Württemberg. Der nach dem jung verstorbenen Autor Thomas Strittmatter benannte Drehbuchpreis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alljährlich während der Berlinale im Rahmen einer feierlichen Gala verliehen.

Preisträger 2020

Der Thomas Strittmatter Preis geht 2020 an das Drehbuch „Deine Flecken“ von Daniel Nocke. Die Entscheidung für Nockes Arbeit wurde von einer dreiköpfigen Jury getroffen, die im Vorfeld auch zwei weitere Stoffe nominiert hatte. Die bereits MFG-geförderte Komödie von Daniel Nocke soll zusammen mit der Stuttgarter Produktionsfirma Studio FILM BILDER GmbH umgesetzt werden. Mit Hilfe der Auszeichnung wird den Autor*innen ermöglicht, auf dem Weg zum fertigen Film ohne finanzielle Zwänge an der Verwirklichung des Drehbuches zu arbeiten. Die Quote der Verfilmungen von früher mit dem TSP ausgezeichneten Drehbüchern liegt bei rund 90 Prozent.

Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: „Ich gratuliere Daniel Nocke zu dem Preis, den er für ein außergewöhnliches Drehbuch erhält. Animationsfilme für Erwachsene sind in Deutschland immer noch eine Besonderheit. Ich bin gespannt auf die filmische Umsetzung, die bereits begonnen hat, und wünsche dem Projekt viel Erfolg.“   

Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg: „Der Thomas Strittmatter Preis geht in diesem Jahr an ein außergewöhnliches und äußerst komödiantisches Drehbuch. Und wir zeichnen dieses Jahr ein Animationsfilmprojekt aus – das ist eine Premiere beim Thomas Strittmatter Preis, die mich sehr freut.“

Unter dem Vorsitz von Dorothee Schön (Drehbuchautorin u. a. von der Erfolgsserie „Charité“, „Kästner und der kleine Dienstag“ und „Wunschkinder“) haben Julia Drache (Cutterin/Autorin des für den Oscar® nominierten Kurzfilms „Watu Wote“) und Schauspieler Johann von Bülow aus vierzig anonymisierten Einreichungen zwei weitere herausragende Arbeiten ausgewählt, die mit der Nominierung bereits ein Preisgeld von 2.500 Euro erhalten haben: „Unschuld auf Lager“ von Milena Aboyan und Constantin Hatz sowie „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“ von Finn-Ole Heinrich, Dita Zipfel und Lena Kammermeier.

Inhalt

„Deine Flecken“ von Daniel Nocke: Bei der Recherche für ihre Examensarbeit lernt die Milchkuh Antonia den Löwen Cordt kennen. Nutz- und Raubtier verlieben sich ineinander, stoßen damit aber in ihrer jeweiligen Umgebung auf große Vorbehalte. Als Cordt verdächtigt wird, ein Schaf aus Antonias Studenten-WG gerissen zu haben, wird die Liebe auf eine harte Probe gestellt.

Aus der Jurybegründung

„Äußerst amüsant, ungewöhnlich und skurril erzählt Daniel Nocke diese Liebesgeschichte zwischen Raub- und Beutetier, die sich dramatisch zuspitzt, als Antonias Mitbewohner-Schaf spurlos verschwindet. Eine überaus originelle und vergnügliche Animations-Fabel für Erwachsene mit facettenreichen Charakteren, köstlichen Dialogen und bizarren Szenen, in denen sich menschliche Neurosen „tierisch“ gut spiegeln.“

Erfolgreiche Verfilmungen des Drehbuchpreises

Seit der Stiftung des Thomas Strittmatter Preises wurden sowohl junge Talente als auch etablierte Autor*innen zu Preisträger*innen gekürt. Die Auszeichnung ermöglicht den Autor*innen ein freies Arbeiten auf dem Weg zum fertigen Film und führte damit erfolgreich zur Verwirklichung vieler Drehbücher. Die Quote der Verfilmungen liegt bei rund 90 Prozent. 

2019 gewann die Thomas Strittmatter Preis-Trägerin Nora Fingscheidt für SYSTEMSPRENGER den Silbernen Bären/Alfred Bauer Preis. In den Jahren zuvor wurden ES KOMMT DER TAG (2008) von Susanne Schneider, BIS AUFS BLUT - BRÜDER AUF BEWÄHRUNG (2009) von Oliver Kienle, FESTUNG (2010) von Nicole Armbruster, FÜNF JAHRE LEBEN (2011) von Stefan Schaller, WILLKOMMEN BEI HABIB (2012) von Michael Baumann und Sabine Westermaier, DIE BLUMEN VON GESTERN (2013) von Chris Kraus sowie zuletzt ZUCKERSAND (2003) von Dirk Kummer verfilmt.

Hier gibt es einen kleinen Einblick in die Filme:

Hintergrundinformationen

Der am 18. Dezember 1961 in St. Georgen geborene Thomas Strittmatter verfasste zahlreiche Hörspiele, Romane und Drehbücher und studierte darüber hinaus Malerei an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe. Als Drehbuchautor schrieb er nach "Polenweiher" die Filmvorlagen für "Drachenfutter", "Das Königsstechen", "Winckelmanns Reisen", "Auf Wiedersehen Amerika", "Bohai Bohau" und "Viehjud Levi". 1994 wurde er mit dem Bayerischen Filmpreis-Drehbuchpreis ausgezeichnet. Strittmatter verstarb bereits im Alter von 33 Jahren an einem Herzinfarkt.

"Thomas Strittmatter war einer der herausragendsten jungen Theater-, vor allen Dingen aber auch Drehbuchautoren, die in der Bundesrepublik gewirkt haben und die beiden Regisseur*innen Jan Schütte und Didi Danquart, die vor allem mit ihm gearbeitet haben, sind ebenfalls dem Land eng verbunden", begründete die damalige MFG-Geschäftsführerin Gabriele Röthemeyer die Umbenennung des von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestifteten Preises von "Baden-Württembergischer Drehbuchpreis" in "Thomas Strittmatter Preis" im Jahr 2008.

In seiner Laudatio während der Preisverleihung am 13. Februar 2008 beschreibt Jan Schütte Thomas Strittmatter als einen "Geschichtenerzähler, der auch unterhalten wollte, der Sinn für Witz und Ironie hatte, und Lust an der Komik des Alltäglichen".

Johanna Gabor
Johanna Gabor De Giovanni

Projektmanagerin Drehbuch- und Entwicklungsförderung

Unit Filmförderung

Einreichung Drehbuchpreis

Die Richtlinien für die Einreichung zum Thomas Strittmatter Preis auf einen Blick.