Thomas Strittmatter Preis

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Mit dem Thomas Strittmatter Preis zeichnet die MFG Filmförderung Autorinnen und Autoren für qualitativ hochwertige Drehbücher aus. Prämiert werden Fernseh- oder Kinostoffe mit einem Bezug zu Baden-Württemberg. Der nach dem jung verstorbenen Autor Thomas Strittmatter benannte Drehbuchpreis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alljährlich während der Berlinale im Rahmen einer feierlichen Gala verliehen.

Preisträger*innen 2021

Der von der MFG Baden-Württemberg verliehene und mit 20.000 Euro dotierte Thomas Strittmatter Preis geht 2021 an das Drehbuch „Laura Dekker“ von Elena von Saucken und Florian Cossen. Die Entscheidung für den Stoff traf eine dreiköpfige Jury, die im Vorfeld auch zwei weitere Stoffe nominiert hatte. Das ergreifende Drama soll gemeinsam mit der Ludwigsburger Produktionsfirma Sommerhaus Filmproduktion GmbH realisiert werden. Mit Hilfe der Auszeichnung wird den Autor*innen ermöglicht, auf dem Weg zum fertigen Film ohne finanzielle Zwänge an der Verwirklichung des Drehbuches zu arbeiten. Die Quote der Verfilmungen von Drehbüchern, die mit dem Thomas-Strittmatter-Preis ausgezeichnet wurden, liegt bei rund 90 Prozent.

Zitat Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: „Ich gratuliere Elena von Saucken und Florian Cossen zu der Auszeichnung ihres wirklich beeindruckenden Buches. Wir alle brauchen in diesen Tagen Geschichten von Aufbruch und Tatendrang. Ganz besonders solche, die wir wieder auf der ganz großen Leinwand verfolgen können. Ich bin schon jetzt gespannt auf die filmische Umsetzung in Zusammenarbeit mit der Sommerhaus Filmproduktion und wünsche dem Projekt viel Erfolg.“

Zitat Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg: „Die Verleihung des Drehbuchpreises ist eines der wichtigsten Ereignisse im MFG-Jahr. Ein Thomas Strittmatter Preis unter den besonderen Umständen von Corona war für uns eine Premiere und echte Herausforderung. Umso mehr freue ich mich, dass es uns gelungen ist, die Entfernung zwischen der Verleihung  in der Landesvertretung und dem Publikum digital zu überbrücken und 2021 passenderweise einen Stoff auszuzeichnen, der ebenfalls vom Überwinden großer Barrieren erzählt.“

Unter dem Vorsitz von Dorothee Schön (Drehbuchautorin u. a. von „Charité“, „Kästner und der kleine Dienstag“ und „Wunschkinder“) haben Schauspielerin Mala Emde (Hauptdarstellerin des MFG-geförderten Überraschungserfolges „Und morgen die ganze Welt“) und Regisseurin sowie Drehbuchautorin Lola Randl aus vierzig anonymisierten Einreichungen zwei weitere herausragende Arbeiten ausgewählt: Katharina Cromme für „Das letzte Kind“ und Chris Kraus für „15 Jahre“. Die Nominierten erhalten ein Preisgeld von 2.500 Euro.

Inhalt

Nach wahren Begebenheiten erzählt „Laura Dekker“ die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das trotz größerer Widerstände aufbricht, alleine die Welt zu umsegeln. Auf den Spuren ihrer Eltern macht sie sich dabei auf die Suche nach dem verlorenen Paradies ihrer Kindheit, um an anderen Ende der Welt zu sich selbst zu finden.

Aus der Jurybegründung

„Laura ist eine eigenwillige, ja geradezu sture junge Heldin, deren Geschichte uns bewegt, weil sie sich trotz aller Rückschläge nicht entmutigen und von ihrem Traum abbringen lässt. Und in diesem Traum geht es keineswegs um die martialische Bezwingung der Natur, sondern um die Sehnsucht nach Freiheit und Unterwegssein, die wir vor allen in Zeiten von Corona besser denn je verstehen. Das alles ist für die große Leinwand geschrieben, mit Bildern und Szenen, die einen das Meer sehen und hören und schmecken lassen.“

Erfolgreiche Verfilmungen des Drehbuchpreises

Seit der Stiftung des Thomas Strittmatter Preises wurden sowohl junge Talente als auch etablierte Autor*innen zu Preisträger*innen gekürt. Die Auszeichnung ermöglicht den Autor*innen ein freies Arbeiten auf dem Weg zum fertigen Film und führte damit erfolgreich zur Verwirklichung vieler Drehbücher. Die Quote der Verfilmungen liegt bei rund 90 Prozent. 

2019 gewann die Thomas Strittmatter Preis-Trägerin Nora Fingscheidt für SYSTEMSPRENGER den Silbernen Bären/Alfred Bauer Preis. In den Jahren zuvor wurden ES KOMMT DER TAG (2008) von Susanne Schneider, BIS AUFS BLUT - BRÜDER AUF BEWÄHRUNG (2009) von Oliver Kienle, FESTUNG (2010) von Nicole Armbruster, FÜNF JAHRE LEBEN (2011) von Stefan Schaller, WILLKOMMEN BEI HABIB (2012) von Michael Baumann und Sabine Westermaier, DIE BLUMEN VON GESTERN (2013) von Chris Kraus sowie zuletzt ZUCKERSAND (2003) von Dirk Kummer verfilmt.

Hier gibt es einen kleinen Einblick in die Filme:

Hintergrundinformationen

Der am 18. Dezember 1961 in St. Georgen geborene Thomas Strittmatter verfasste zahlreiche Hörspiele, Romane und Drehbücher und studierte darüber hinaus Malerei an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe. Als Drehbuchautor schrieb er nach "Polenweiher" die Filmvorlagen für "Drachenfutter", "Das Königsstechen", "Winckelmanns Reisen", "Auf Wiedersehen Amerika", "Bohai Bohau" und "Viehjud Levi". 1994 wurde er mit dem Bayerischen Filmpreis-Drehbuchpreis ausgezeichnet. Strittmatter verstarb bereits im Alter von 33 Jahren an einem Herzinfarkt.

"Thomas Strittmatter war einer der herausragendsten jungen Theater-, vor allen Dingen aber auch Drehbuchautoren, die in der Bundesrepublik gewirkt haben und die beiden Regisseur*innen Jan Schütte und Didi Danquart, die vor allem mit ihm gearbeitet haben, sind ebenfalls dem Land eng verbunden", begründete die damalige MFG-Geschäftsführerin Gabriele Röthemeyer die Umbenennung des von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestifteten Preises von "Baden-Württembergischer Drehbuchpreis" in "Thomas Strittmatter Preis" im Jahr 2008.

In seiner Laudatio während der Preisverleihung am 13. Februar 2008 beschreibt Jan Schütte Thomas Strittmatter als einen "Geschichtenerzähler, der auch unterhalten wollte, der Sinn für Witz und Ironie hatte, und Lust an der Komik des Alltäglichen".

Einreichung Drehbuchpreis

Die Richtlinien für die Einreichung zum Thomas Strittmatter Preis auf einen Blick.

Johanna Gabor
Johanna Gabor De Giovanni

Projektmanagerin Drehbuch- und Entwicklungsförderung

Unit Filmförderung

 Alexandra Leibfried
Alexandra Leibfried

Leiterin Kommunikation und Veranstaltungsmanagement

Unit Filmförderung