Siegfried Kracauer Preis

Mit dem Siegfried Kracauer Preis würdigen wir im Rahmen der Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft die Arbeit von Filmkritisierenden und Filmjournalist*innen. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg, die Film- und Medienstiftung NRW  und die Mitteldeutsche Medienförderung MDM stiften in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik (VdFK) den insgesamt mit 15.000 Euro dotierten Preis für Filmkritik. Die nach dem herausragenden Autor und Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung wird jährlich verliehen.

Preisträger*innen 2020

Der Siegfried Kracauer Preis 2020 für die „Beste Filmkritik“ geht an Dietmar Dath für seine Rezension von „Terminator: Dark Fate“ von Tim Miller. Sie erschien unter dem Titel „Killermaschinistinnen vor!“ in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am 23. Oktober 2019. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Das Siegfried Kracauer Stipendium für das Jahr 2020/21 in Höhe von 12.000 Euro erhält die Filmkritikerin Esther Buss, die eine sechsteilige Artikelserie zum Thema „Zukunft des Kinos“ sowie einen regelmäßigen Blog verfassen wird. Medienpartner für das Stipendium ist der renommierte „Filmdienst“.

Jurybegründungen 2020

Die diesjährige Jury bestand aus der Regisseurin und Filmproduzentin Melanie Andernach (Made in Germany Filmproduktion), dem Regisseur Jan Bonny und dem Filmkritiker Till Kadritzke, Gewinner des Siegfried Kracauer Stipendiums 2019/20.

Der Gewinner der „Besten Filmkritik“ Dietmar Dath beeindruckte die Jury „durch eine besondere sprachliche und sinnliche Qualität, die dem Leser einen bleibenden Eindruck des Filmes vermittelt und ihn gleichzeitig über unsere politische Gegenwart nachdenken lässt“. Dies gelänge ihm nicht nur durch die „gleichermaßen souveräne wie waghalsig subjektive Einordnung des Werks in gesellschaftliche und filmhistorische Zusammenhänge“, sondern auch durch den Charakter einer eigenen literarischen Form, so die Jurybegründung. Durch sein Stakkato, seine Rissigkeit, seine Ellipsen, Assoziationen und Sprünge nähere er sich dem Dramatischen und dem Körperlichen des Films.

Mit der zukünftigen Stipendiatin Esther Buss würdigte die Jury eine „erfahrene und versierte Filmkritikerin, die stets einen sensiblen Blick für die Eigenheiten eines Films an den Tag legt, und deren Sprache so elegant wie uneitel ist.“ In ihrer Essayreihe zum Thema „Das Kino, die Wirklichkeit und ich: Autobiografisches und -fiktionales filmisches Erzählen“ erkennt die Jury „ein so cinephiles wie zeitkritisches Vorhaben, das, ganz im Geiste Siegfried Kracauers, einen genauen Blick auf das Kino für eine Auseinandersetzung mit der Welt fruchtbar machen will“.

Preisverleihung 2020

Die Preisverleihung erfolgt Corona-bedingt mit einem von den Preisstiftern produzierten Podcast, der ab sofort auf den Websites der Preisstifter und allen gängigen Podcast Portalen abrufbar ist. Moderator des Podcast ist der Journalist Michael Dietz. Auszüge der Gewinnertexte und die Jury-Begründungen werden von Camilla Renschke, Preisträgerin des Hörbuchpreises 2020, verlesen. Hinzu kommen Statements der Preisträgerin und des Preisträgers.

Hintergrundinformationen

Der Siegfried Kracauer Preis ist Bestandteil einer von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestarteten Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft. Für die langfristige Weiterentwicklung des Kinos sieht die MFG in der Filmkritik einen wichtigen Faktor, um Positionen zu zukünftigen Herausforderungen zu finden. Denn die mediale Rezeption und journalistische Rezension von Filmen schafft jene Öffentlichkeit, die Voraussetzung dafür ist, die Filmtheater als Ort der Unterhaltung und der Kultur zu bewahren. Zudem liefert die Filmkritik Orientierung als auch Interpretationsansätze und unterstützt die Einordnung in den gesellschaftlichen Rahmen.

Regularien

Die Richtlinien für die aktuelle Einreichung zum Siegfried Kracauer Preis im Überblick.