Siegfried Kracauer Preis

Mit dem Siegfried Kracauer Preis würdigen wir im Rahmen der Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft die Arbeit von Filmkritisierenden und Filmjournalist*innen. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg, die Film- und Medienstiftung NRW  und die Mitteldeutsche Medienförderung MDM stiften in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik (VdFK) den insgesamt mit 15.000 Euro dotierten Preis für Filmkritik. Die nach dem herausragenden Autor und Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung wird jährlich verliehen.

Preisträger*innen 2021

Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg, die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM) und die Film- und Medienstiftung NRW zeichnen gemeinsam mit dem Verband der deutschen Filmkritik die Kritikerin Olga Baruk mit dem Siegfried Kracauer Preis 2021 für die Beste Filmkritik aus. Das Siegfried Kracauer Jahresstipendium 2021/22 erhält Daniel Kothenschulte.


Olga Baruk gewinnt den mit 3.000 Euro dotierten Siegfried Kracauer Preis 2021 für die „Beste Filmkritik“ mit ihrer Rezension des Films „Space Dogs“ des Regieduos Elsa Kremser und Levin Peter. Sie erschien unter dem Titel „Verbitterte Ichs aus der Zukunft“ im Perlentaucher am 24.09.2020. Das mit insgesamt 12.000 Euro ausgestattete Stipendium für das Jahr 2021/22 erhält der Filmkritiker Daniel Kothenschulte. Seine Essayreihe wird sich dem Thema „Kino gegen den Stream – Filmkultur nach der Krise“ widmen. Zusätzlich zur Essayreihe wird der Stipendiat einen regelmäßigen Blog schreiben. Beide Artikelserien werden beim Medienpartner FILMDIENST
(filmdienst.de) veröffentlicht.

Jurybegründungen 2021

Die Jury für den Siegfried Kracauer Preis 2021 bestand aus dem Filmproduzenten Jakob D. Weydemann (Weydemann Bros.), dem Verleiher Torsten Frehse (Neue Visionen) und der Filmkritikerin Esther Buss, Gewinnerin des Siegfried Kracauer Stipendiums 2020/21. Insgesamt hatten sich knapp 100 Filmkritiker*innen für den Siegfried Kracauer Preis 2021 beworben.


Die Nominierungen zur „Besten Filmkritik“ erfolgten nach einer anonymen Auswertung der eingereichten Texte. Olga Baruk habe mit ihrem Text unter den Bewerbern für die beste Filmkritik mit ihren präzisen Beobachtungen, durch „Empathie und respektvollem Abstand“ überzeugt, so die Jury. Weiter heißt es in der Begründung: „In einer so poetischen wie lakonischen Sprache, die sich von der Atmosphäre des essayistischen Films mittragen lässt, wird die Erzählung von den Moskauer Straßenhunden noch einmal schreibend zum Leben erweckt. Die Autorin lässt ihren kritischen Blick durch die Bildwelten des Films streifen und kontextualisiert diese auf schön unaufgeregte Weise in der Diskurslandschaft. Olga Baruk hat einen noch lange nachhallenden Text geschrieben, der überzeugend vorführt, wie sich in der Filmkritik persönliches Schreiben mit analytischer Klarsicht verbinden lässt.“


Mit dem zukünftigen Stipendiaten Daniel Kothenschulte würdigte die Jury einen „ausgezeichneten Filmkritiker“ und eine „starke, faktenbasierte Stimme“, der in seiner Essayreihe „Kino gegen den Stream - Filmkultur nach der Krise“ aus der Geschichte früherer Kinokrisen, die schon mit dem Ende der Stummfilmzeit begannen, in die Zukunft blicken und Möglichkeiten aufzeigen will, wie auch heute aus der Krise wieder eine lebendige Kultur entstehen kann. Überzeugt habe die Jury sein „dezidierter Blick auf die Einzigartigkeit des Kinos als soziales Massenmedium, das in der Lage ist, gesellschaftliche Brücken zu schlagen. Eine Qualität, die in der heutigen, sich immer stärker fragmentierenden Gesellschaft nötiger ist denn je.“ Der Verband der deutschen Filmkritik dankte am Abend der Verleihung den drei Juror*innen, die in ihrer Diskussion deutlich gemacht hatten, dass in einer Zeit, in der es keinen einheitlichen Kinodiskurs mehr gibt, die einzelne Filmkritik wichtig wird.

Hintergrundinformationen

Der Siegfried Kracauer Preis ist Bestandteil einer von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestarteten Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft. Für die langfristige Weiterentwicklung des Kinos sieht die MFG in der Filmkritik einen wichtigen Faktor, um Positionen zu zukünftigen Herausforderungen zu finden. Denn die mediale Rezeption und journalistische Rezension von Filmen schafft jene Öffentlichkeit, die Voraussetzung dafür ist, die Filmtheater als Ort der Unterhaltung und der Kultur zu bewahren. Zudem liefert die Filmkritik Orientierung als auch Interpretationsansätze und unterstützt die Einordnung in den gesellschaftlichen Rahmen.