Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

MFG Star

Seit dem Jahr 2000 gibt die MFG den Nachwuchspreis MFG Star aus: Den vier nominierten Nachwuchsregisseuren winkt als Auszeichnung für ihr erstes oder zweites Werk ein Stipendium in der Villa Aurora, Los Angeles. Ihre Spielfilme werden auf dem Fernsehfilm Festival Baden-Baden präsentiert und von dem Berliner Filmjournalisten Knut Elstermann mit einem Filmgespräch begleitet.

Einreichung

Die Filme werden von Fernsehsendern vorgeschlagen, aus denen eine Auswahlkommission die vier Nominierungen benennt. Filmemacher können ihre Werke also nicht selbst einreichen. Über den Gewinner entscheidet schließlich ein Juror nach Sichtung aller vier Filme.

Die Einreichung erfolgt zunächst per DVD. Die vier nominierten Filme sollten zur Vorführung in Baden-Baden als Kopie in XDcam HD 422-Format vorliegen.
 

Die DVD-Einreichungen müssen in jedem Fall über die Redaktionen laufen und sind direkt an das FernsehfilmFestival Baden-Baden (siehe nachstehende Adresse) zu richten. Anfang Juni 2018 werden die Redaktionen seitens der Festivalleitung angeschrieben.
 

         FernsehfilmFestival Baden-Baden
         Cathrin Ehrlich
         Kommissarische Leiterin
         Friedberger Landstr. 645
         60389 Frankfurt am Main
         069 47881551
        ehrlich@fernsehfilmfestival.de

Preisträger 2017

Der Regie-Nachwuchspreis MFG-Star wurde am 1. Dezember 2017 im Rahmen des FernsehfilmFestivals in Baden-Baden bereits zum 19. Mal vergeben.

Das Gesellschaftsdrama von MFG-Star Gewinner Ali Soozandeh erzählt von drei selbstbewussten Frauen und einem jungen Musiker, deren Lebenswege sich in der schizophrenen Welt Teherans kreuzen: Sex, Korruption, Drogen und Prostitution gehen in der brodelnden Metropole einher mit strengen religiösen Gesetzen. Das Umgehen von Verboten wird zum Alltagssport, der Tabubruch zur Selbstverwirklichung. Der Stuttgarter Camino Filmverleih brachte den Film, der seine Weltpremiere in Cannes feierte und am Wettbewerb beim Festival d´Animation in Annecy teilnahm, am 16. November ins Kino.

Die alleinige Jurorin Dorothee Schön entschied sich für „Teheran Tabu“ als Preisträgerfilm, denn er sei ein mutiger und ein wichtiger Film, der die verlogene Seite des religiösen Fanatismus zeige, ohne den Charme und den Einfallsreichtum seiner Überlebenskünstler dabei zu unterschlagen: „Ein feines Netz von Begegnungen und Beziehungen spinnt Ali Soozandeh zwischen seinen Protagonisten, die alle im autoritären Gottesstaat Iran ums Überleben kämpfen. Jede Figur hat zwei Gesichter, ein ´offizielles´ und ein ´intimes´, und wenn sie beim Fotografen sitzen und einen Hintergrund wählen dürfen, müssen sie sich für eines entscheiden. Die animierte Ästhetik, die Ali Soozandeh für seine multiperspektivische Geschichte wählt, ist keineswegs nur aus der Not geboren, nicht in Teheran drehen zu können. Die gezeichnete Realität ermöglicht es, ohne Voyeurismus die heftigen Szenen sexueller Demütigung und Ausbeutung zu ertragen und schützt seine realen Darsteller.“

Die Vorauswahljury bestand aus Cathrin Ehrlich (Festivalleitung FernsehfilmFestival Baden-Baden), Ulrike Frick (Programmerin der Reihe NEUES DEUTSCHES FERNSEHEN beim Filmfest München), Andrea Hohnen (Programmleiterin FIRST STEPS), Bettina Reitz (Juryvorsitzende Wettbewerb des FernsehfilmFestivals Baden-Baden) und Prof. Carl Bergengruen (MFG-Geschäftsführer).