Lotte Reiniger Preis

Der von der MFG Filmförderung gestiftete Lotte Reiniger Förderpreis für Animationsfilm ist mit 10.000 Euro dotiert und zeichnet den besten Abschlussfilm einer Filmschule aus. Er wird jährlich auf dem Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) im Rahmen des Internationalen Wettbewerbs vergeben.

Preisträgerin 2020

Der von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestiftete Förderpreis für Animationsfilm geht 2020 an Mizuki Kiyama für ihren Kurzfilm „Kujiranoyu" („Bath House Of Whales").

Der ausgezeichnete Film im Rennen um den nach der Animationspionierin Lotte Reiniger benannten Preis der MFG Baden-Württemberg ist ein Film, der Momente der Intimität und des Staunens in einer Welt der Erwachsenen erzählt.

Die Jury, bestehend aus Jon Frickey, Waltraud Grausgruber, Ben Mitchell, Cécile Noesser und Gerben Schermer, begründete die Entscheidung für den besten Abschlussfilm mit den Worten: „Der Film greift bei der Gestaltung seiner ätherischen Bilder auf japanische Drucktraditionen zurück und ruft das Gefühl des Staunens hervor, das die Einbindung eines Kindes in die täglichen Rituale der Gesellschaft begleitet. Dank eines ausgeprägten Sinnes für Animation und einer soliden Regie kann das Publikum die Emotionen des Films durch den Rhythmus der Körper, Farben und Töne spüren.
Das visuelle Erscheinungsbild des Films wird auch durch den Reichtum und die kulturelle Identität der Musik unterstrichen. In sehr kurzer Zeit gelingt es der Regisseurin, eine besondere Atmosphäre zwischen Mutter und Tochter in einem gemeinsamen, ausgesprochen weiblichen Moment zu vermitteln.“

Lotte Reiniger

Silhouetten und Schattentheater waren schon als Schülerin das Steckenpferd der im Jahre 1899 in Berlin geborenen Lotte Reiniger. Ihrem ersten Film „Das Ornament des verliebten Herzens“ (1919) folgten die erste Märchenverfilmung („Aschenputtel“, 1922) und zahlreiche Werbefilme. In dreijähriger Arbeit entstand schließlich ihr berühmtestes Werk „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“, das 1926 uraufgeführt wurde und als erster abendfüllender Trickfilm in die Filmgeschichte einging. Ab 1952, im Auftrag der eigens gegründeten Primrose Productions, gestaltete Lotte Reiniger eine ganze Reihe von Märchenfilmen nach Stoffen der Gebrüder Grimm, Wilhelm Hauff, Hans Christian Andersen und den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. Nach Jahren im Londoner Exil besuchte Lotte Reiniger 1969 Deutschland erstmals nach ihrer Emigration im Dezember 1935, wurde wiederentdeckt und spät geehrt: 1972 erhielt sie das Filmband in Gold und 1979 das Bundesverdienstkreuz. Das Filmschaffen der 1981 im Alter von 82 Jahren in Dettenhausen bei Tübingen verstorbenen Lotte Reiniger umfasst mehr als 50 Silhouettenfilme.

Literatur

„Gespräch mit Lotte Reiniger“ in: Biedermann, Werner. Filme, Festivals und Cineasten. Katholische Akad. Schwerte, Paderborn, 1. Auflage (2004)
Strobel, Christel und Hans. Lotte Reiniger. Materialien zu ihren Märchen- und Musikfilmen. Agentur für Primrose Productions in Zusammenarbeit mit atlas film + av, Duisburg, 2. Auflage (1993)

Weiterführende Informationen

Dauerausstellung Stadtmuseum Tübingen
Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart


Lotte Reiniger Promotion Award for Animated Film

During its anniversary year 2010, the MFG Film Funding Baden-Württemberg presented the Lotte Reiniger Award for Animated Film for the first time. The regional funding institution, founded in 1995, awards this prize as part of its long-term commitment to animated film in southwestern Germany. To date, the MFG has funded the development, production, and distribution of 110 animated films and series with a total of over 8.7 million euros.

The annual Stuttgart Festival of Animated Film (ITFS), which showcases numerous animated films funded by the MFG, has contributed toward strengthening Baden-Württemberg's growing importance as a location for animated film.

The award includes a monetary prize of 10,000 Euros and honors the best final project from a film school.