„Trümmermädchen“ in Hof ausgezeichnet

Der MFG-geförderte Film von Oliver Kracht wird mit dem Bild-Kunst-Förderpreis zweifach geehrt.

Filmstill aus „Trümmermädchen“
„Trümmermädchen“ feiert Weltpremiere auf den 55. Hofer Filmtagen. | Bild: simonsays.pictures

Bei den 55. Internationalen Hofer Filmtagen hat der von der MFG geförderte Kinospielfilm „Trümmermädchen“ zwei mit jeweils 2.500 Euro dotierte Auszeichnungen erhalten: Der Bild-Kunst-Förderpreis für das beste Kostümbild 2021 geht an Hannah Ebenau und Sabrina Krämer. Die Auszeichnung für das beste Szenenbild erhält Yvonne Leuze.

 

Jurybegründung für die Wahl der Bild-Kunst-Förderpreisträgerinnen

Sabrina Krämer und Hannah Ebenau werden für die gut recherchierte und umgesetzte Kostüme der 1940er Jahre ausgezeichnet: Das Gesamtkonzept des Films erlaubt Abstecher in andere Zeiten, die sehr gefühl- und kunstvoll in die filmische Zeit eingefügt wurden, ohne sich hierbei aufzudrängen. Den beiden Kostümbildnerinnen gelang es, über Farben, Schnitte und Schmuck einen kunstvollen Bogen zu spannen und mit diesen gestalterischen Mitteln eine überzeugende Entwicklung der einzelnen Charaktere abzubilden.

Yvonne Leuzes starke Konzeption zeichnet die schwarz-weiße Welt einer zerstörten und misogynen Gesellschaft, die bruchstückhaft in der Unendlichkeit eines abstrakt-dunklen Raumes aufscheint. Raffinierte Baukonstruktionen lassen Trümmerberge und Straßenzüge entstehen, die die Gratwanderung zwischen Realem und kulissenhafter Reduktion ausloten. Im Kontrast dazu stehen die aufwendigen und liebevoll ausgestatteten Sets des Theaters „Proto“: Ort der schmerzvollen Konfrontation und befreienden Selbstermächtigung. Lustvoll bis schrecklich brennt sich die Visualität von „Trümmermädchen“ in die Netzhaut.

Die Jury des Bild-Kunst-Förderpreises bestand in diesem Jahr aus: Kostümbildnerin Susanne Roggendorf (VSK), die Szenenbildnerinnen Josefine Lindner (VSK) und Josina von Minckwitz sowie die Szenenbild-Studierenden Luisa Niederschuh (ifs) und Nele Seifert (Ludwigsburg). Seit 2004 besteht der Preis aus einer Auszeichnung für das beste Kostümbild und das beste Szenebild. Beide Preise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. In der Auswahl standen 15 deutsche Spielfilm-Produktionen, die bei den Hofer Filmtagen ihre Deutschland-Premiere feierten.

 

Über den Film

„Trümmermädchen“ wurde von simonsays.pictures in Koproduktion mit der Filmakademie Baden-Württemberg mit Senderbeteiligung des SWR unter der Regie von Oliver Kracht realisiert. Selbiger schrieb außerdem das Drehbuch zum Film.

Deutschland, 1946. Hunger, Trümmer, heimkehrende Soldaten. Charlotte ist schwanger, aber ihr geliebter Heimkehrer will weder sie noch sein Kind. Um ihn für sich zu gewinnen und der drohenden Schande zu entgehen, schreibt sie sich für den „Fräuleinkurs“ der Schauspielerin Gloria Deven ein, die im Faschismus ein aufstrebendes Filmsternchen war und nun Arbeitsverbot hat. Doch Gloria mit ihrem gnadenlosen Unterricht ist nicht daran interessiert, die im Krieg unnötig gewordene Koketterie der Mädchen wiederzubeleben. Stattdessen erweckt sie in Lotte die Sehnsucht nach etwas, das ihr zu lange schon verwehrt wird: Freiheit.

Quelle: Hofer Filmtage 2021

 

Mehr Infos:

Pressemitteilung zum Bild-Kunst-Förderpreis

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